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#LINKSDERWOCHE | 31/2026: Produktivität, Lean und Agile

PRODKUTIVITÄT

Überzeugungen | Sie bestimmen unser handeln, daher sollten wir sie bewusst nutzen

Im Volksmund heißt es: „Der Glaube versetzt Berge.” Ich persönlich finde, dass da etwas Positives dran ist. Positiv im Sinne von Glaubenssätzen, die unsere Haltung und somit unser Handeln bestimmen. Ähnlich wie Dan Rockwell denke ich, dass unser „Glaubensbild” bestimmt, wie wir denken, fühlen und wahrnehmen. Daher ist es wichtig, was wir „glauben” und dies auch bewusst zu gestalten. Unsere Überzeugungen bestimmen unser Handeln.

https://leadershipfreak.blog/2026/07/30/the-three-powers-of-belief/

Struktur | Damit sie nicht zum drückenden Korsett wird

Der Begriff „Struktur” klingt oft etwas einschränkend. Wie Ivan Blatter es ausdrückt, fühlt es sich gelegentlich wie ein einschränkendes Korsett an. Eine gute und gesunde Struktur hingegen hilft und unterstützt. Sie engt nicht ein. Daher gilt es, eine Struktur zu entwickeln, die uns hilft und unser Leben erleichtert. Sie muss zu uns passen, damit aus der Struktur kein einschränkendes Korsett wird, sondern ein passendes System. Die Struktur so zu gestalten, dass sie uns unterstützt, ist demnach das „Geheimnis”. Wie das gelingen kann, beschreibt er in seiner Podcastfolge.

https://share.transistor.fm/s/8e29fc05

Selbstregulation | Unter Druck reagieren mit Routinen trainieren

Frank Edelkraut schreibt über Führung unter Druck. Unter Druck geraten wir alle irgendwann einmal. Und Führung ist nicht nur etwas, das Führungskräfte tun. Im Großen und Ganzen geht es darum, sich selbst zu reflektieren und sich selbst zu regulieren. Es geht darum, den eigenen Umgang mit Stress und Situationen mit großem Druck bewusst zu machen, um im Ernstfall souverän reagieren zu können. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass das eine große Herausforderung ist, die leider – zumindest bei mir – auch tagesformabhängig sein kann. Zum Glück lässt sich Selbstregulation trainieren. Ich habe noch einige Baustellen zu lösen, dass lässt mich hoffen.

https://t2informatik.de/blog/fuehrung-unter-druck-selbstregulation-entscheidet/

LEAN

Spilled Coffee Theory | Was eine verschüttete Tasse Kaffee über eine Organisation aussagt

In den letzten Tagen ist ein interessanter Impuls von Ron Pereira bei mir aufgeschlagen. Er rät dazu, zu beobachten, was passiert, wenn in der Organisation etwas schiefgeht. Gerade bei Kleinigkeiten lässt sich erkennen, welche Lern- und Fehlerkultur vorherrscht. So lassen sich mögliche Verbesserungspotenziale ableiten. Werden Fehler eher unter den Teppich gekehrt oder geht man offen mit ihnen um und forscht nach Ursachen? Okay, so ganz neu ist diese Idee für mich nicht. Ich achte bereits auf solche Dinge, und das nicht zu knapp. Dennoch ist es eine schöne Erinnerung und ein netter Impuls. Außerdem weiß ich jetzt, was die Spilled Coffee Theory ist.

https://blog.gembaacademy.com/2026/07/29/what-spills-out-when-the-pressure-is-on/

AGILE

Product Owner | Mythen rund um die Rolle des POs

Auch nach so vielen Jahren tummeln sich rund um agile Rollen spannende Mythen, die zu Missverständnissen führen. Die bekanntesten Mythen zur Rolle des Product Owners in Scrum hat Simon Flossmann zusammengefasst. Bei einigen davon lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie es zu diesen Mythen kommt. Im Grunde sind es Missverständnisse, die es aufzulösen gilt. Irgendeine Daseinsberechtigung braucht man schließlich als Agile Coach 😉

https://www.scrum.org/resources/blog/der-heimliche-feind-jedes-product-owners-5-mythen-die-karrieren-ruinieren

Scrum Master | Scrum Master sind keine Projektleiter

Auch andere agile Rollen wie der Scrum Master haben häufig mit Missverständnissen zu kämpfen. Wie Chee-Hong Hsia schreibt, stößt man häufig auf Stellenausschreibungen, die Projektleiter und Scrum Master gleichsetzen. Das passt leider nicht ganz. Die Aufgaben eines Projektleiters sind auf die verschiedenen Verantwortlichkeiten eines Scrum-Teams verteilt, wobei jede Rolle einen anderen Fokus hat. Der Scrum Master ist für die Produktivität zuständig, der Product Owner für den Geschäftswert und das Scrum-Team trägt die Gesamtverantwortung für das Ergebnis. Alle drei zusammen tragen die Verantwortung für das Gesamtergebnis. Nicht eine Rolle und nicht eine Person allein. Das war und ist bei Scrum eine bewusste Entscheidung.

https://www.scrum.org/resources/blog/project-manager-isnt-dead-it-was-disassembled-purpose

Agiles Schätzen | Fluch und Segen

Schätzen ist im agilen Kontext – nicht nur aus meiner Sicht – ein zweischneidiges Schwert, weil es zwar sinnvoll, aber auch gefährlich ist, wie Thomas Schissler schreibt. Dem kann ich nur zustimmen. Ich sehe im agilen Schätzen ein Feedback-Werkzeug, um den Größenzuschnitt einer Anforderung zu ermitteln. Ansonsten ist und bleibt eine Schätzung eine Wette mit hoher Unsicherheit. Es ist hilfreich für die Diskussion im Hinblick auf ein gemeinsames Verständnis und auch für die Priorisierung. Es ist jedoch schwierig bis gefährlich, wenn es um Lieferzusagen und Budgets geht. Wie Schissler so schön schreibt, kommt es darauf an, wie man das Werkzeug nutzt. So ist es auch beim agilen Schätzen.

https://www.scrum.org/resources/blog/warum-aufwandsschatzungen-der-softwareentwicklung-gleichzeitig-sinnvoll-und-gefahrlich-sind

Agile Initativen | Weshalb sie scheitern und wie es besser geht

Hui, mal wieder etwas zum Thema agile Initiativen. Und das von keinem Geringeren als Mike Cohen. Ein agiles Urgestein. Das von ihm beschriebene Problem kommt mir doch sehr bekannt vor. Der Artikel ist sehr umfangreich. Er beschreibt typische Probleme und ihre Ursachen, die im Zusammenhang mit agilen Initiativen gerne auftreten, und zeigt Auswege auf. Zentral im Fokus steht, dass agile Initiativen kein Selbstzweck sind. Sie sollen ein Problem lösen. Die agile Herangehensweise soll dabei helfen, ist aber selbst nicht die Lösung. Sie ist das Hilfsmittel. Ich glaube, allein in dieser Erkenntnis liegt bereits der Schlüssel für den Erfolg oder Misserfolg einer agilen Initiative.

https://www.mountaingoatsoftware.com/blog/leading-agile-initiatives

Priorisierung | Die Herausforderung der Backlog-Priorisieriung objektiv meistern

Es mangelt nicht an Priorisierungsmethoden. Die meisten davon sind wirklich gut. Keine Frage. Nur ist die Realität oft komplizierter und schwieriger als die methodischen Modelle. Das ist eine Herausforderung, die uns allen bekannt ist. Beim Reinhören in die Podcastfolge der Produktwerker habe ich daher viele Herausforderungen aus der Praxis wiedererkannt. Mit einer harten methodischen Vorgehensweise allein kommt man leider nicht weit, denn es gibt verschiedene Perspektiven, die berücksichtigt werden wollen.

https://produktwerker.de/wie-kann-ich-als-product-owner-objektiv-priorisieren/

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    #LINKSDERWOCHE | 30/2026: Produktivität, Lean, Agile, Mangement und Leadership

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    PRODUKVITIÄT

    Obsidian | Callouts farblich gestalten

    Eine Funktion, die ich in Obsidian bisher noch nicht genutzt habe, ist durch einen Blogartikel von Thomas Mathoi wieder in meinen Fokus gerückt: Callouts. Offenbar gibt es so etwas wie einen „Callout-Manager”, mit dem sich die Callouts farblich variieren lassen. Das ist sicherlich für den einen oder anderen interessant. Ich selbst weiß noch nicht, ob und wie ich diese Möglichkeit künftig nutzen werde.

    https://www.mathoi.at/2026/07/22/obsidian-kaizen-der-callout-manager/

    Statt Bequemlichkeit | Tue, was den Unterschied macht

    Dan Rockwell wirft einen interessanten Ansatz in den Raum. Nicht das, was uns glücklich macht, sollte in den Fokus gestellt werden, sondern das, was uns voranbringt. Das klingt naheliegend. Eigentlich. Aber seien wir ehrlich: Wir suchen doch immer zuerst nach dem „Glück” und dem, was uns „Spaß” macht. Zumindest legen das viele Ratschläge immer wieder nahe. Rockwell sagt jedoch, dass das, was den Unterschied macht, viel relevanter ist. Ich würde ergänzen, dass dort der Schlüssel zur langfristigen, gesunden Zufriedenheit liegt. Glück ist flüchtig. Zufriedenheit macht träge. Etwas zu finden, das den Unterschied macht und von dem man überzeugt ist, dass es einen voranbringt, ist nicht immer bequem, hält uns aber in Bewegung.

    https://leadershipfreak.blog/2026/07/24/do-what-makes-you-unhappy/

    Gefühl der Einsamkeit | Ein nachdenklicher Impuls

    Der Blogartikel von Uwe Hauck lässt mich nachdenklich zurück. Ein bisschen erkenne ich mich selbst darin wieder. Spezialthemen, die nur wenige interessieren – das kommt mir bekannt vor. Wenn auch die thematische Schnittmenge eine etwas andere ist. Auch ich habe gemerkt, wie wichtig soziale Kontakte sind, und nehme daher regelmäßig an Veranstaltungen wie dem Europa-Stammtisch, Meet and Talk von Wir in Weinsberg und ähnlichen Events teil. Viele Freunde und Bekannte, die meine Interessen teilen, leben übrigens oft 100 km weit weg von meinem Wohnort. Mit nur wenigen Menschen im Umkreis von 50 km habe ich einen sehr intensiven Kontakt, der unter die Rubrik „echte Freundschaft” fällt. Glücklicherweise kämpfe ich nicht gegen eine Angststörung. Das macht es etwas einfacher. Aber auch bei mir kommt gelegentlich das Gefühl der Einsamkeit hoch, wenn Gespräche mit Tiefgang fehlen und der Austausch im Alltag nur an der Oberfläche kratzt.

    https://www.livingthefuture.de/2026/07/19/alleine-ist-ein-zustand-einsam-ein-gefuehl/

    LEAN

    Standardisierung und Kaizen | Gute Standards sind lebendig

    In seinem Blogartikel beschreibt Mark Graban ein Thema, das ich in ähnlicher Form auch immer wieder aufgreife: Standards. Ich verstehe Standards als „fluid” und adaptiv. Es sind gut bestätigte Arbeitshypothesen, die so lange gültig sind, bis wir eine bessere finden. Ganz simpel und einfach. Sie entwickeln sich beständig weiter. Ganz im Sinne von Kaizen. Allerdings erlebe ich immer wieder, dass Standards nicht reflektiert oder hinterfragt werden – geschweige denn angepasst. Einmal definiert, gelten sie, bis das Römische Reich untergeht. Das ist in meinen Augen unsinnig. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Beitrag.

    https://www.leanblog.org/2026/07/standardized-work-and-kaizen-toyota

    AGILE

    Prototypentest | Feedback Capture Grids nutzen

    Im Scamper-Blog von Lars Richter bin ich auf einen Ansatz gestoßen, der mich stark an ein Format erinnert, das wir gerne in Team-Retros verwenden. Der Unterschied ist, dass er es im Kontext von Prototypentesting nutzt. Eigentlich naheliegend. Das Feedback Capture Grid ist ein einfaches Raster, das sich leicht abbilden lässt und fast selbsterklärend ist. Es liegt also nahe, es auch tatsächlich als Feedback-Werkzeug für das Prototypentesten zu nutzen.

    https://scamper.blog/feedback-capture-grid

    Impediments | Einordnung der Impediments auf einer Wirkungspyramide

    Als ich den Blogartikel von Dominik Maximini gesehen habe, bin ich im ersten Moment innerlich etwas zusammengezuckt. Eine Pyramide der Impediements? Glücklicherweise hat er direkt klargestellt, dass es nicht darum geht, dass Teams eine Stufe nach der anderen durchlaufen – in dem Fall hätte ich den Beitrag nicht einmal erwähnt – sondern dass es sich um eine Einordnungshilfe handelt, die dabei helfen soll, Hindernisse zu kategorisieren. Das macht die Sache für mich interessanter. Die Hauptunterscheidung liegt in den Einflussebenen „Team” oder „Organisation”, also wo kann ich den Hebel ansetzen, um Wirkung zu erzielen? Diese beiden Hauptebenen differenziert er in Unterkategorien, die in einer „Wirksamkeitspyramide” münden. Die Darstellung finde ich persönlich zwar nicht optimal, dennoch kann ich inhaltlich gut folgen. Denn tatsächlich sind viele Impediments struktureller Art und es hilft herzlich wenig, an einem Team „herumzudoktern”. Solche Fälle durfte ich im Leben auch schon oft genug erleben. Das Team war top, konnte aber wegen struktureller Probleme an den Schnittstellen innerhalb der Organisation – beispielsweise entlang der Wertstromkette, in die es eingebunden war – sein Potenzial nicht nutzen.

    https://www.scrum.org/resources/blog/pyramid-impediments

    Agile Rolle | Gute Arbeit, die unsichtbar bleibt

    In den letzten Monaten hatte ich den Eindruck, dass massenweise Agile Coaches, Scrum Master:innen, Kanban Coaches und Ähnliches nach neuen Jobs Ausschau gehalten haben, weil ihre Stellen in Unternehmen wegrationalisiert worden sind. Das Problem bei diesen Rollen ist, dass die Leistung der Inhaber:innen nicht direkt bezifferbar ist und somit oft unklar ist, welchen Mehrwert die Rolle hat. Marc Löffler greift genau dieses Thema unter dem Titel „Gute Arbeit, die keiner sieht, sieht aus wie gar keine Arbeit” auf. Ich würde behaupten, dass dies für jede Form echter und guter Führungsarbeit gilt. Selbst wenn man seinem Vorschlag folgt, braucht es immer noch eine Referenz, um die Sichtbarkeit durch einen Vergleich herzustellen, was in der Praxis weiterhin schwierig bleiben dürfte.

    https://passionateteams.com/e/gute-arbeit-die-keiner-sieht-sieht-aus-wie-gar-keine-arbeit

    Velocity | Die kognitiven Fallen der Velocity

    Die gute alte Velocity ist nach wie vor ein Dauerbrenner, wie es scheint. Noch einmal: Sie misst den Durchsatz und ist somit eine Kennzahl für das Team, mit der sich dessen spezifische Geschwindigkeit ermitteln lässt. Ein Vergleich mit anderen Teams ist jedoch nicht möglich, da er auf relationellen Schätzungen basiert. Sie ist aber sicherlich nicht die einzige Kennzahl, mit der man arbeiten und auf die man sich verlassen sollte. Chuck Suscheck verdeutlicht gut, weshalb dem so ist, denn hier lauern auch einige kognitive Fallen, die zu Fehlschlüssen verleiten könnten.

    https://www.scrum.org/resources/blog/cognitive-trap-velocity-misinterpretation

    Scheitern | Weshalb „kontrolliertes“ Scheitern für das Lernen von Bedeutung ist

    Auf den ersten Blick mag der Titel „Wann Scrum Master Teams bewusst scheitern lassen sollten” von Niklas Magerl etwas seltsam klingen. Zusammengefasst geht es jedoch nicht um das Scheitern an sich, sondern um „Risikomanagement” im Hinblick auf Experimente, die die Lernerfahrung des Teams stärken sollen. Es geht also um ein kontrolliertes „Scheitern“ mit dem Ziel, die Lernerfahrung zu intensivieren. Das ist naheliegend, denn Scheitern gehört zum Geschäft, wenn wir explorativ unterwegs sind und Lösungen erkunden. Wir müssen ja erst herausfinden, was der richtige Weg ist. Versuch und Irrtum gehören dazu. Das Ganze jedoch auf Risikomanagement zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Ein durchaus lesenswerter Ansatz.

    https://t2informatik.de/blog/scrum-master-teams-scheitern-lassen-sollten/

    Scrum ohne Manager? | Auch selbstorganisierte Teams brauchen Führung

    Ein hartnäckiger Mythos ist, dass selbstorganisierte Teams ohne Führung auskommen und man daher keine Führungskräfte mehr braucht. Das artet gerne auch mal so aus, dass behauptet wird, das Team sei selbstorganisiert und solle deshalb alles selbst entscheiden, wobei das Team dann im Stich gelassen wird. Nein, die Führung und das Management haben auch bei selbstorganisierten Teams nicht ausgedient. Die meisten Teams sind operative Teams. Sie sind auf operativer Flughöhe unterwegs. Für den ganzen taktischen, strategischen „Kram” haben sie nur bedingt Kapazitäten – und hier kommt unter anderem die Führung ins Spiel. Nur um ein Beispiel zu geben. Es ist auch ein weitverbreitetes Missverständnis, dass Scrum Master (und oft auch Product Owner) keine Führungskräfte sind. Sie sind genau das. Dazu passt, dass Mary Iqbal der Frage nachgeht, ob es in Scrum keine „Manager” gibt.

    https://www.scrum.org/resources/blog/no-manager-scrum

    LEADERSHIP UND MANAGEMENT

    Führung braucht Ausbildung | Führungskräfte oft nicht auf Führungsaufgabe vorbereitet

    Bei vielen Führungskräften lässt sich feststellen, dass sie nicht darauf vorbereitet wurden, Führungskraft zu werden. Mit etwas Glück bringen sie Vorerfahrung mit, sind hochgradig selbstreflektiert und bereiten sich daher selbst auf ihre Aufgabe vor. Dennoch ist meine Beobachtung nach wie vor, dass man sie viel zu oft im Stich lässt und sie nicht auf ihre Aufgabe vorbereitet. Eine Beobachtung, die Jan Fischbach zu teilen scheint. Er plädiert dafür, dass Führungskräfte eine „Ausbildung” benötigen. Führen will gelernt sein. Und da stimme ich ihm zu. Da ist nach wie vor viel Luft nach oben.

    https://www.teamworkblog.de/2026/07/fuhrungskrafte-brauchen-eine-ausbildung.html

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        #LINKSDERWOCHE | 29/2026: Produktivität, Lean, Agile, Politik und Gesellschaft, Satire

        PRODUKTIVITÄT

        KI im Alltag | Nur weil es technisch möglich ist, ist es noch lange nicht gut

        Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll oder wünschenswert. Das scheinen viele KI-Enthusiasten gerne zu vergessen. Daher spricht mir Michael Schenkel in seinem Blogartikel regelrecht aus dem Herzen. Es ist übrigens kein neues Muster, das wir hier erleben. Ich habe in den Tiefen meines Gedächtnisses nach Beispielen gesucht, bei denen übertriebene Technikgläubigkeit zu Desastern geführt hat. Mir sind auf Anhieb neben der Titanic und zwei gescheiterten Polarexpeditionen noch viele weitere Beispiele bewusst geworden. Und dabei habe ich noch nicht einmal tief gewühlt. Das Ganze führt mir vor Augen, dass bei aller Begeisterung für neue Ideen der bewusste, kritisch reflektierte Umgang extrem wichtig ist. Offensichtlich ist der Mensch nicht in der Lage, aus der Geschichte zu lernen (was man übrigens auch im Umgang mit der Nicht-Alternative in einem anderen Kontext erleben und lernen darf). Falls sich jetzt jemand fragt, weshalb ich das Thema unter Produktivität verlinke: Ich sehe die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den kritischen Umgang mit KI in erster Linie bei uns als Individuen. Wir entscheiden, ob wir unsere und die Zeit unserer Mitmenschen mit sinnlosen Aktionen „verschwenden”.

        https://t2informatik.de/blog/technisch-moeglich-inhaltlich-zweifelhaft/

        Erfolg und Demut | Sich trotz Erfolg in Demut zu üben erdet

        In seinem Blogbeitrag erinnert Dan Rockwell daran, dass Erfolg sehr flüchtig sein kann und wir uns daher – bei allem Erfolg – in Demut üben sollten. Damit trifft er bei mir einen Nerv (was die Leser meiner „Gedankenblitze” vermutlich schon wissen). Ich halte es für sehr essentiell, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Erfolg auch etwas mit „Zufall”, der Mitwirkung anderer Menschen sowie beständiger Reflexion und Lernen zu tun hat. Erfolg ist flüchtig und kann schnell kippen. Besonders, wenn wir uns in unserem Erfolg baden und in Arroganz abdriftet.

        https://leadershipfreak.blog/2026/07/16/the-unexpected-blunder/

        Schreiben | Schreiben hilft beim Denken, Strukturieren und schafft Verbindungen.

        Ich habe es endlich geschafft, eine Folge von Anna Koschinskis Podcast „Verbindungen schaffen” anzuhören. Im Fokus steht das Schreiben von Texten. Ich weiß, wie schwer es ist und wie viel Überwindung es kostet. Mein schriftstellerisches Talent würde ich nicht gerade als herausragend bezeichnen, und dann muss man auch noch ein Thema finden. Nach langer Übung bin ich da etwas entspannter geworden. Mir hilft das Aufschreiben beim Reflektieren. Ich notiere meine Gedanken sehr häufig, meist in Obsidian. Dadurch erhalte ich mehr Klarheit. Wenn dann mal etwas herauskommt, von dem ich denke, dass es eine sinnvolle Reife erreicht hat, entsteht daraus öfter mal ein Gedankenblitz oder noch besser ein Beitrag für den Blog des Forums Agile Verwaltung. Gut, ich schreibe nicht mit einer „professionellen” Zielsetzung. Toms Gedankenblog dient in erster Linie der eigenen Reflexion und der „verrückten” Idee, mit Gleichgesinnten in Austausch zu treten. Das ist etwas anderes. Hört einfach mal rein. Es ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn man selbst nicht regelmäßig Texte produzieren muss. Schreiben ist Denken und Strukturieren. Das hilft in vielen anderen Kontexten ebenso.

        https://verbindung-schaffen.podigee.io/74-verbindung-schreiben

        Vom Wissen zur Umsetzung | Wie wir es schaffen, Erkenntnisse in die Umsetzung zu bringen

        Ivan Blatter schafft es immer wieder, dass ich mich beim Hören seines Podcasts ertappt fühle. 😉 So auch bei der aktuellen Folge, in der es darum geht, wie wir unser neu erworbenes Wissen umsetzen. Die Erkenntnis zu haben, ist zwar der erste Schritt. Von der Erkenntnis in die Umsetzung zu kommen, ist allerdings oft viel herausfordernder, denn jede Erkenntnis bedeutet auch, an unseren Gewohnheiten zu arbeiten. Neue Erkenntnisse und neues Wissen in die Praxis umzusetzen, ist eben nicht ganz so einfach.

        https://share.transistor.fm/s/c986b589

        LEAN

        Umgang mit Fehlern | Echte Verantwortungsübenahme ist der Schlüssel

        Mark Graban bringt es auf den Punkt. Gute Führung sucht nicht nach Schuldigen, sondern übernimmt Verantwortung. Sie erkundet, wo im System Ursachen für Fehler und Probleme schlummern, und versucht, diese zu beheben. In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass nach einem Fehler ein Schuldiger gesucht und verantwortlich gemacht wurde. Damit war die Sache dann erledigt. Und was für eine Überraschung – der Fehler trat wieder auf. Denn die Ursache wurde nicht behoben. Genau das schätze ich sehr am Toyota Production System. Man sucht nicht nach Schuldigen, sondern nach Ursachen und versucht, diese zu beseitigen. Leider reicht es nicht aus, eine positive Fehlerkultur zu entwickeln, wenn die dazugehörige Lern- und Verantwortungskultur nicht vorhanden ist und die tieferliegenden Ursachen nicht beseitigt werden.

        https://www.leanblog.org/2026/07/how-to-react-to-a-mistake/

        AGILE

        Workshops | 3 Formate für einen guten Abschluss

        Ich bin immer wieder dankbar für Ideen und Ansätze, mit denen sich Workshops, Besprechungen und Austauschrunden sinnvoll gestalten lassen. Es geht darum, Formate so zu gestalten, dass sie einen erkennbaren Mehrwert schaffen. Der Blogartikel von Simon Flossmann enthält drei interessante Formate für die Abschlussrunde von Workshops, von denen ich eines tatsächlich noch nicht kannte. Sehr interessant.

        https://www.scrum.org/resources/blog/3-workshop-methoden-so-gestaltest-du-das-ende-deines-workshops-so-dass-es-erinnerung-bleibt

        Scrum-Kumbaya | Zu viel des Guten oder Scrum Master über das Ziel hinausschießen

        Ich bin begeisterter Lean- und Agile-Enthusiast. Mit selbstorganisierten Teams zu arbeiten, ist das Größte für mich. Das macht mir mehr Freude als alles andere. Ich gehe davon aus, dass ich es mit mündigen Erwachsenen zu tun habe. Erwachsene und mündige Menschen in einem Team. Die „gescheiterten Sozialarbeiter-Scrum-Master” sind mir daher schon öfter unangenehm aufgefallen. Scrum ist kein Selbstzweck. Und es braucht auch kein „Scrum Kumbaya”, wie Mary Iqubal es treffend überschrieben hat (den Begriff muss ich mir merken). Noch einmal: Wir haben es mit erwachsenen, mündigen Fachleuten zu tun, die lösungsfokussiert zusammenarbeiten und hochwertige Ergebnisse erzielen wollen und sollen. Meine Aufgabe als Scrum Master ist es, den Rahmen dafür zu schaffen, dass ein Team produktiv zusammenarbeiten kann. Mein Job ist es nicht, ein Team zu „betüdeln”. Ganz im Gegenteil. Ich muss einen Rahmen schaffen, damit das Team produktiv arbeiten kann, und es auch herausfordern, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Eine positive Arbeitsatmosphäre kann dabei helfen, aber man kann auch deutlich über das Ziel hinausschießen. „Scrum Kumbaya” ist ein Beispiel dafür.

        https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-kumbaya

        Explore vs Exploit | Eine Simulation für das Lernen als Team

        Thomas Schissler stellt in seinem Beitrag eine sehr praxisnahe Simulation mit Verbindungen zur Praxis in vielen Teams vor. Im Fokus stehen die Arbeitsmodi „Explore” und „Exploit”. Das Interessante an seinem Beitrag ist, dass er nicht nur das spielerische Format ins Spiel bringt, sondern auch gleich die Brücke zur gelebten Teampraxis schlägt und somit aufzeigt, wie diese Simulation Teams dabei helfen kann, das richtige Maß zwischen „Explore” und „Exploit” zu finden. Das ist mit Sicherheit etwas, das sich für den einen oder anderen Workshop nutzen lässt. Mal sehen, ob ich Gelegenheit bekomme, es selbst auszuprobieren.

        https://www.scrum.org/resources/blog/explore-vs-exploit-ein-kleines-spiel-uber-zwei-fundamentale-arbeitsmodi

        Schätzung | Schätzungen sind Wetten mit hoher Unsicherheit

        Ich persönlich halte vom Schätzen der „Liefergeschwindigkeit” in komplexen Kontexten wenig. Schätzen ist hingegen sehr gut geeignet, um die Größe von Produktinkrementen einzuordnen. Für die Prognose eines Liefertermins taugt es hingegen wenig, da wir hier von einer Wette ausgehen, die auf vielen Unbekannten basiert. Liegt die Schätzung daneben, kommt es meist zu der von Dave West beschriebenen Reaktion. Verlässliche Prognosen erhalte ich in der Regel erst durch aussagekräftige historische Daten, die bei Entwicklungsprojekten – je nach Art der zu erledigenden Arbeit – oft nicht vorliegen. Während ich repetitive Aufgaben, für die ich vergleichbare Daten habe, sehr gut prognostizieren kann, ist es bei explorativen Tätigkeiten gerade wegen der fehlenden Qualität der Daten ein sehr unsicheres Spiel. Sehr erfahrene Teams haben zwar mit der Zeit aufgrund von historischen Daten und Erfahrungen ein gutes „Gefühl” dafür entwickelt, wie verlässlich sie liefern können, aber auch hier steckt sehr viel Erkenntnis aus der Vergangenheit drin. Und diese ist bei einem hochkomplexen Projekt nicht vorhanden. Prognosen sollten daher als „Wetten” mit hoher Unsicherheit verstanden werden, die im Laufe der Zeit aber immer genauer und präziser werden können. Nicht als exakter Plan. Regelmäßige Kommunikation über neue Erkenntnisse und deren Auswirkungen auf die Prognose ist daher extrem wichtig.

        https://www.scrum.org/resources/blog/your-team-isnt-bad-estimating-planning-just-harder-we-admit

        Umgang mit Fehlern | Wenn niemand die Wahrheit sagt, weil das System bestraft

        Steve Denir beschreibt ein Problem, das Kurt Tucholsky einst in einem anderen Kontext sehr treffend umschrieben hat: „Im Übrigen gilt hier ja derjenige, der auf den Schmutz hinweist, als viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“ Die Wirkung sollte jedem klar sein. Wer auf einen Fehler hinweist und dafür an den Pranger gestellt wird, wird es nie wieder tun. Und alle, die so etwas auch nur im Geringsten mitbekommen haben, werden es dieser Person gleichtun. Lernen für die Zukunft? Keine Chance. Ich kann mich gut an die Idee eines Lean-Enthusiasten erinnern, jeden entdeckten Fehler zu feiern. Anstatt einen Schuldigen zu suchen, sollte man sich auf die strukturellen Ursachen konzentrieren und eben diese beseitigen. Das ist übrigens etwas, das ich an „echten” Lean-Adaptionen sehr schätze, bei denen ich den Eindruck habe, dass Kaizen gelebte Realität ist. Nur mal so nebenbei.

        https://www.scrum.org/resources/blog/your-people-stopped-telling-you-truth-you-trained-them

        POLITIK UND GESELLSCHAFT

        Doppelmoral | Wenn Politik im Elfenbeinturm den Kompass verliert

        Zu den Blogs, die ich fast täglich lese, gehört der von Heinrich Kümmerle. Er sagt, was er denkt. Und das gefällt mir. Wir kennen uns auch persönlich. Nicht immer bin ich seiner Meinung, aber das weiß er auch. Er gehört zu den wenigen Menschen, bei denen ich weiß, dass ein Meinungsaustausch nicht dazu führt, dass man hinterher – auch bei einem Dissens – kein Bier miteinander trinken gehen kann. Was uns beide eint, ist, dass wir überzeugte Demokraten und europäische Föderalisten sind. Mit dem verlinkten Blogartikel trifft er aktuell einen Nerv: die Doppelmoral mancher Politiker, die offenbar seit vielen Jahren nicht mehr aus ihrem Elfenbeinturm herausgekommen sind. An dieser Stelle ein kurzer Einschub: Bei aller berechtigter Kritik gibt es keinen Grund, einer Partei die Stimme zu geben, die auf die Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung abzielt. Noch dazu übertrifft sie in puncto krimineller Energie selbst die genannten Vertreter der Doppelmoral.

        https://kuemmerle.name/doppelmoral/

        Visionen | Uns fehlt es an handlungsleitenden Zukunftsbildern

        Roland Dürre bringt es auf den Punkt: „Wir leben in einer Welt, die arm an Visionen geworden ist.“ Und das ist ein Problem. Wir brauchen klare Leitbilder. Positiv formulierte Leitbilder für die Zukunft, die es schaffen, die „Spaltung“ zu überwinden und Hoffnung zu stiften. Das ist ein schöner Denkanstoß, der mich diese Woche auch schon zu einem Gedankenblitz verleitet hat und den ich an dieser Stelle gerne weitergeben möchte.

        https://www.if-blog.de/rd/visionen/

        SATIRE

        AInüchterung | Über die „Überhöhung“ der KI

        Ich gebe zu, die Flut an Blogartikeln, die um jeden Preis etwas mit KI einbauen müssen, geht mir gewaltig auf den Nerv. Die „KI-Euphorie” scheint bei einigen schon fast neurotische Züge anzunehmen. Wenn ich mir so manchen von der KI glattgebügelten Artikel durchlese, vergeht mir auch langsam die Lust, so manchen Blog zu lesen. Es ist schön, wenn jemand das Ganze mal humoristisch auf die Hörner nimmt, wie „Buddy Müller” in seiner Agentursatire. So wie „Buddy Müller” in seiner Agentursatire. Ich habe herzhaft gelacht, auch wenn mir angesichts der Tatsache, was manche Manager meinen, durch KI günstiger machen zu können, eigentlich das Lachen vergehen müsste. Nur weil etwas technisch möglich ist, muss es nicht gut sein – damit schließt sich der Kreis zu den heutigen Links der Woche. 😉

        https://agentursatire.blog/2026/07/18/folge52-diegroseairnuchterung/

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          "If you're fearful of LLMs producing slop, or building a system that nobody understands, these are the techniques that the best software engineering teams have used for decades to mitigate that risk with humans."

          mattwynne.net/lean-software-pr

            [?]Jon Fazzaro » 🌐
            @fazzaro@hachyderm.io

            "If they need to chase five different people for incomplete documents, you're not going to speed up said process by adding more lawyers to the department."

            frederickvanbrabant.com/blog/2

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              #LINKDERWOCHE | 28/2026: Produktivität, Lean, Agile, Management und Leadership, Politik und Gesellschaft

              PRODUKTIVITÄT

              Mut | Der reflektierte Umgang mit der Angst, um sie überwinden

              Mut ist nicht mit Blauäugigkeit und der Ignoranz von Risiken zu verwechseln. Meiner Meinung nach ist Mut etwas, das aus der Reflexion von Sorgen und Ängsten entsteht und die bewusste Überwindung von Blockaden durch Ängste darstellt. Wer keine Angst kennt, ist gefährlich, weil er unkontrolliert Risiken eingeht. Wer allerdings von seinen Ängsten kontrolliert und beherrscht wird, verpasst die Chance, voranzuschreiten. Mut ist demnach die bewusste und reflektierte „Überwindung” der Angst. In diesem Zusammenhang passt für mich sehr gut der Beitrag von Dan Rockwell, der Mut als reflektierten Akt versteht, Blockaden zu überwinden und zu wachsen.

              https://leadershipfreak.blog/2026/07/06/courage-isnt-a-feeling/

              Außergewöhnliches | Gewöhnlichen Menschen leisten außergewöhnliches

              Menschen werden nicht als außergewöhnliche Wesen geboren, sondern sie werden außergewöhnlich, weil sie Außergewöhnliches erreichen. Dies erreichen sie oft nicht nur aufgrund ihrer Persönlichkeit, sondern auch, weil Kontext, Fähigkeiten, Mitstreiter, Umfeld und weitere Faktoren zusammenfallen. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Führungspersönlichkeiten, die einem immer wieder als leuchtendes Beispiel unter die Nase gerieben werden, nur deshalb Außergewöhnliches erreicht haben, weil sie im passenden Kontext mit dem passenden Umfeld genau die richtigen Fähigkeiten hatten. Und noch etwas ist mir immer wieder aufgefallen. Diese Menschen haben sich selbst nie als außergewöhnlich angesehen, sondern eine Herausforderung gesehen, die es zu lösen galt, um etwas zu verändern. Nicht für den eigenen Ruhm, sondern aus Überzeugung. Dazu passt auch sehr gut ein weiterer Artikel von Dan Rockwell, über den ich gestolpert bin.

              https://leadershipfreak.blog/2026/07/09/the-myth-of-extraordinary/

              Reichweite | Weshalb die Reichweite und andere Schaufenstermetriken

              „Hüte dich vor Schaufenstermetriken“, schreibt Lars Richter in seinem Blogartikel – damit trifft er für mich den Nagel auf den Kopf. Es geht um Reichweite – oder besser um den Irrglauben, dass Reichweite die alles entscheidende Zahl ist. Wenn ich dieser Logik folgen würde, dürfte ich meinen Blog hier schon lange nicht mehr betreiben. Okay, er ist in erster Linie ein Hobby und hat gar nicht das Ziel, eine große Reichweite zu erreichen, sondern lediglich das Ziel, Menschen zu erreichen, die an einem gedanklichen Austausch mit mir interessiert sind, und ich will meine Inhalte nicht irgendwelchen großen Plattformen anvertrauen. Aber auch sonst kann ich immer wieder nur betonen: Wer ausschließlich auf Reichweite und Interaktionsraten setzt, wird erstaunt feststellen, dass er oder sie auf LinkedIn beispielsweise eine tolle Reichweite haben mag, deswegen trotzdem aber nicht mehr „Aufträge“ generiert (was unter anderem daran liegen könnte, dass dort jeder versucht, jedem etwas zu verkaufen).

              https://scamper.blog/nutzen-first-reichweite-second/

              LEAN

              Selbstverbessernde Systeme | Was es braucht, damit sich ein System selbst und beständig weiterentwickelt

              Pascal Dennis wirft die Frage auf, was ein sich selbstverbesserndes System (im Sinne einer Organisation) ausmacht und welche Voraussetzungen es dafür gibt. Er definiert hierfür zehn Elemente: Klarheit und Ausrichtung, Visualisierung aller entscheidungsrelevanten Informationen in einem Obeya-Raum, Kaskadierung und Rhythmus. Das sind alles Dinge, die ich nachvollziehen und auch so unterstützen kann. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich überzeugt bin, dass Obeya einen wertvollen Beitrag in diesem Sinne leisten kann: In einem guten Obeya finde ich all diese Elemente wiedergespiegelt. Obeya hilft mit seiner Visualisierung, die notwendige Klarheit und Transparenz zu erzeugen, damit sich das System weiterentwickeln kann.

              https://blog.leansystems.org/2026/07/what-is-self-improving-system.html

              AGILE

              Scrum Master:in | Weshalb Scrum Master nicht jedes Meeting modererieren sollten …

              Für mich ist ein Indikator für gute Selbstorganisation im Team, wenn der Teamfacilitator, z. B. der Scrum Master, nicht anwesend ist und der Laden trotzdem produktiv läuft. Nun könnte man natürlich fragen, wozu es dann einen Scrum Master braucht, wenn die Rolleninhaber die Meetings nicht moderieren. Zur Erinnerung: Die Aufgabe von Scrum Mastern ist es, die Produktivität sicherzustellen und sich nicht auf die Rolle der Moderatoren und Koordinatoren zu reduzieren. Sie sollen ein Team in die Lage versetzen, sich selbst zu managen. Dazu gehört, dass ein Team in der Lage ist, seine Regelmeetings selbst zu stemmen. Gerade beim Daily sollte ein gut eingespieltes Team dazu in der Lage sein. Wenn das Daily gut läuft und der Scrum Master entspannt nur Zuhörer ist, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass im Team schon vieles sehr gut läuft. Wenn das Team während des Urlaubs des Scrum Masters eine Retro produktiv allein hinbekommt, umso besser. Das zeigt, dass alle den Sinn und Zweck der Retro verstanden haben und wissen, worauf es ankommt. Das ist auch ein weiteres Indiz dafür, dass ein Team gut eingespielt ist. Die Arbeit geht für die Scrum Master trotzdem nicht aus. Sie können sich dann stärker auf andere Produktivitätshindernisse fokussieren. Für alle, die es ausführlicher nachlesen möchten: Maria Iqbal räumt mit dem Mythos auf, dass Scrum Master:innen bei jedem Meeting dabei sein müssen.

              https://www.scrum.org/resources/blog/myth-scrum-master-has-be-every-meeting

              Besser entscheiden | 10 Werkzeuge für bessere Produktentscheidungen

              Für mich ist die Feststellung von Simon Flossmann spannend, dass viele Organisationen in der Vergangenheit mit mittelmäßigen Entscheidungen gut vorangekommen sind. Da ist – gefühlt – etwas dran. Meine These ist, dass in der Produktentwicklung wie auch im Projektmanagement zu wenig „Anfangsinvestitionen” in Form von Hirnschmalz getätigt werden und die Frage, weshalb wir etwas für wen mit welchem Ziel machen, viel zu wenig in den Fokus gestellt wird. Am Ende werden Prioritäten nicht richtig gesetzt und Chancen nicht ergriffen. Dabei haben wir ein umfassendes methodisches Werkzeug zur Verfügung, um bessere Entscheidungen zu treffen. KI kann uns dabei helfen, ich würde mich allerdings nicht zu sehr auf sie verlassen, auch wenn der Artikel versucht, bei diesem Thema einen Bezug zur KI herzustellen. Offenbar muss man heute überall einen KI-Bezug herstellen, um noch gelesen zu werden …

              https://www.scrum.org/resources/blog/wird-product-ownership-zum-flaschenhals-im-ki-zeitalter-warum-viele-product-owner-schlecht-priorisieren-warum-ki-das-sichtbar-macht-und-10-werkzeuge-um-besser-zu-entscheiden

              Lean-Agile Practioner | Kompetenzen über die zu wenig gesprochen wird

              Piyush Rahate versucht, die Eigenschaften guter Lean-Agile-Praktiker klarer zu fassen. Auch ich musste immer wieder feststellen, dass sich Scrum Master:innen in der Praxis oft zu sehr auf den Scrum-Leitfaden versteifen und sich zwar auf das agile Manifest berufen, es aber nicht wirklich durchdrungen haben. Es lohnt sich für Agilist:innen, sich intensiver mit dem Toyota Production System und Monozukuri (der japanischen „Lean“-Variante) zu beschäftigen. Mir hat es sehr geholfen, Agilität viel tiefer zu durchdringen und mit Leben zu füllen. Der Artikel kann diese Tiefe sicherlich nicht abbilden, er könnte aber der Anstoß sein, tiefer hinter die verschiedenen genannten Aspekte zu blicken. Ich kann ihn auf jeden Fall jedem empfehlen.

              https://www.scrum.org/resources/blog/lean-agile-practioner-scrum-master-competency-no-one-talks-about

              AI Working Agreement | Einsatz, Prinzipien und Regeln im Team sichtbar machen

              Wer KI als Werkzeug in seinem Team einsetzen möchte, sollte die Art und Weise sowie den Zweck des Einsatzes transparent darstellen. Ähnlich wie bei den sonst üblichen Teamregeln sollte das Ganze transparent gemacht werden. Nur was transparent und sichtbar ist, wird in der Regel auch reflektiert. In diesem Sinne kann das „AI Working Agreement” von Stefan Wolpers eine gute Unterstützungshilfe darstellen.

              https://www.scrum.org/resources/blog/you-already-have-ai-working-agreement-write-it-down

              Wissenschaftliche Erkenntnisse | Hinweis auf wissenschaftliche Studien für Agile Coaches

              Wenn man sich als Agilist schon beständig auf die Fahnen schreibt, empirisch zu arbeiten, sollte man sich auch immer wieder anschauen, welche Erkenntnisse mit wissenschaftlicher Evidenz die agile Arbeitsweise unterstützen. Nun, ich gebe es zu: Mir fehlt leider auch zu oft die Zeit, um auf dem Laufenden zu bleiben, was die Wissenschaft und Forschung in den verschiedenen relevanten Fachdisziplinen zutage fördert. Damit bin ich sicherlich nicht allein. Da hilft es, wenn andere ihre Erkenntnisse aus ihren Recherchen zur Verfügung stellen und man so wieder etwas Orientierung bekommt. Eine solche passende Zusammenstellung habe ich im Blog von Felix Stein entdeckt.

              https://www.lean-agility.de/2026/07/ein-hoch-auf-die-wissenschaft-ii.html

              MANAGEMENT UND LEADERSHIP

              Human Skills | Weshalb weiche Faktoren in der Führung (immer noch) wichtig sind

              Christine Schmitt spricht von „Human Skills“ und meint damit die zwischenmenschlichen Fähigkeiten in der Führung. Diese waren schon immer wichtig. Nicht nur im Zeitalter der KI-Euphorie. Es ist dennoch schön, wenn sie wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Viele dieser Fähigkeiten wurden bereits vor Jahrzehnten im Zusammenhang mit dem Toyota Production System hervorgehoben. Offensichtlich sind sie jedoch nicht wirklich bei den Entscheidern in den Schlüsselpositionen angekommen, die bis heute dort sitzen. Das merkt man insbesondere bei ehemaligen Blackrock-Managern, von denen einer heute sogar Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist. Und das, obwohl es in der Literatur zum Thema Führung massenweise entsprechende Ansätze gibt. Am Ende des Tages scheinen die Effizienzneurotiker und das Peter-Prinzip noch immer die Oberhand zu haben. Es bleibt zu hoffen, dass das Bewusstsein für die sogenannten weichen Führungsfähigkeiten an Bedeutung gewinnt. Das gehört nämlich definitiv zu den Dingen, die KI noch nicht beherrscht. Ansonsten können wir – ganz im Sinne der Big-Tech-Konzerneigentümer – alles der Technik überlassen und Wirtschaft sowie Gesellschaft in technokratische Autokratien überführen. Das möchte ich bekanntermaßen nicht. Das gilt hoffentlich nach wie vor für die Mehrheit meiner Mitmenschen.

              https://t2informatik.de/blog/human-skills-in-der-fuehrung/

              Führung ist menschlich | Führung entwickelt Menschen, sei baut nicht Prozesse

              Zum Stichwort „Human Skills” passt meines Erachtens auch der Beitrag von Alen Ganic. Achtung, KI taucht in seinem Artikel gar nicht auf. 😉 Dieser Seitenhieb musste einfach sein. Ich kann ihn mir nicht verkneifen. Für mich wird in diesem Artikel einmal mehr klar: Führung ist etwas „Menschliches”. Es geht darum, Menschen dabei zu unterstützen, sich zu entwickeln und zu wachsen, statt sie herumzukommandieren und auf „Kostenfaktoren” zu reduzieren. Was ich weiter oben bereits in Bezug auf das TPS gesagt habe, wird hier deutlich.

              https://blog.gembaacademy.com/2026/07/10/leadership-is-human/

              POLITIK UND GESELLSCHAFT

              Big Tech und Demokratie | Weshalb Big Tech ein Problem für die Demokratie darstellt

              Ich habe bereits meine Meinung zu den Allmachtsfantasien von Big-Tech-Konzernen und ihren technokratischen Autokratien angedeutet. Was für die Führung in Organisationen gilt, lässt sich leider auch in unserer Gesellschaft feststellen. Der Philosoph Ziad Mahayni vertieft dieses Thema in einem Vortrag, der auf Deutschlandfunk Nova zu hören ist. Big Tech beschleunigt eine Entwicklung, die fatale Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat. Seine These: „Das Gefühl ersetzt das Argument, und die Dimensionen Sinn und Wahrheit verlieren ihre Bedeutung.” Kein Wunder, dass Autokratie-Fans mit Argumenten kaum noch zu erreichen sind. Auch vermeintlich gute Politik wird daran nichts ändern. Grund hierfür ist seiner Ansicht nach der technologische Wandel, der von den großen Big-Tech-Konzernen vorangetrieben wird. Die Demokratie mutiert zur Ochlokratie und am Ende zur Autokratie der Tech-Konzerne, wenn es uns nicht gelingt, wieder echte Verantwortung für die Technologie zu übernehmen. Sehr hörenswert.

              https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/big-tech-wie-kuenstliche-intelligenz-die-demokratie-zerstoert

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              PRODUKTIVITÄT

              Vorsicht und Übervorsicht | Wenn zu viel Vorsicht zu viel des Guten wird …

              Wie so oft im Leben ist das richtige Maß entscheidend. Zu viel vom einen, zu wenig vom anderen – oder umgekehrt – und es geht schief. Das richtige Maß zu bestimmen, ist die Kunst – und genau das fällt oft sehr schwer. So ist es auch mit der Vorsicht. Zu wenig ist fahrlässig, zu viel führt zu verpassten Chancen. Ein Übermaß an Vorsicht bremst uns aus und kann im Extremfall sogar zum Stillstand führen. Leider liefert Dan Rockwell keine Anleitung zur Bestimmung des richtigen Maßes an Vorsicht. Es wäre zu schön gewesen. Er legt jedoch ausführlich dar, weshalb ein Übermaß an Vorsicht ungesund ist und warum wir Unvollkommenheit ein Stück weit akzeptieren müssen. Hier das richtige Maß zu bestimmen, erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Nach wie vor. Es wird nicht einfacher.

              https://leadershipfreak.blog/2026/06/29/the-dangerous-face-of-caution/

              Obsidian | Termineinladungen verwalten

              Ich muss zugeben, dass ich gar nicht erst auf die Idee gekommen wäre, meine Termine mit Obisidian zu verwalten, wie Thomas Mathoi es tut. Ich nutze dafür nach wie vor lieber einen eigenen Kalender. Sein Beitrag zur Organisation von Termineinladungen im Markdown-Format von Obsidian hat mich allerdings neugierig gemacht. Ich sollte es mal ausprobieren – wer weiß, vielleicht komme ich ja auf den Geschmack.

              https://www.mathoi.at/2026/07/01/obsidian-kaizen-termineinladungen-im-markdown-kalender/

              Nextcloud | Artikelserie über Nextcloud auf dem Homeserver

              Ich denke schon länger über Nextcloud nach. Allerdings eher als Lösung für das Familiennetzwerk. Was mich allerdings nach wie vor abschreckt, ist das gesamte Wartungsgeschäft und natürlich auch die Herausforderungen bei der Installation. Deshalb bin ich auf Herbert Hertentramph aufmerksam geworden, der eine neue Blogserie zu genau diesem Thema gestartet hat. Wer ähnliche Gedanken hat, findet hier den ersten Beitrag der Serie zu Nextcloud für kleine Homeserver.

              https://digital-cleaning.de/index.php/sorgenfreie-nextcloud-fur-den-homeserver/

              Bücher | Buchtipps von Michael Schenkel

              Eigentlich lese ich gerne, aber mir fehlt zunehmend die Zeit und Energie, um den permanenten Berg ungelesener Bücher abzuarbeiten. Und was macht Michael Schenkel? Er liefert mir wieder Inspirationen für meine Leseliste. Furchtbar! Wie soll ich der Versuchung widerstehen, noch mehr Bücher zu horten, die ich lesen will? Wer gerade auf der Suche ist, was er im Sommerurlaub lesen könnte, wird hier eventuell fündig. 😉

              https://t2informatik.de/blog/oh-interessante-buecher/

              Konsumparadox | Wissen allein reicht nicht, anwenden muss man es auch

              Passend zum Thema „riesige Bücherstapel ungelesener Bücher” hat Ivan Blatter eine Podcastfolge veröffentlicht, bei der ich mich ertappt fühle. Ich bin ein typischer Jäger und Sammler, wenn es um Informationen und Wissen geht. Aber leider ist es schwierig, all das Wissen auch tatsächlich konsequent umzusetzen. Genau darauf zielt Ivan ab. Er zeigt fünf Strategien, mit denen es gelingt, das verfügbare Wissen konkret umzusetzen. Es ist eigentlich einfach, aber nicht trivial. Wenn es aber gelingt, ist man ein ordentliches Stück weiter.

              https://share.transistor.fm/s/91396e4e

              LEAN

              Andon | Der Mythos von Linienstopp

              Mark Graban macht auf einen Mythos aufmerksam, der sich um Andon im TPS rankt. Einem Mythos, dem auch ich selbst auf den Leim gegangen bin. Das Schöne ist: Ich habe jetzt wieder etwas dazugelernt. Wenn das Signal gegeben wird, wird das Band nicht stillgelegt, sondern es wird zunächst Hilfe angefordert, weil ein Problem aufgetreten ist, das allein nicht lösbar ist – das Band läuft zunächst weiter. Spannend dabei fand ich schon immer, dass Probleme sichtbar gemacht werden, um die Ursache zu erforschen und das Problem an der Wurzel zu packen. Das würde ich mir deutlich öfter wünschen. Leider ist es immer noch viel zu oft der Fall, dass derjenige, der auf das Problem hinweist, schlimmer angesehen wird als derjenige, der das Problem ignoriert und einfach weitermacht, als wäre nichts. Meine persönliche Erkenntnis: Mit dem Andon-Licht wird die Linie nicht automatisch gestoppt, sondern erst einmal „Hilfe” angefordert.

              https://www.leanblog.org/2026/06/andon-cord-stop-the-line-myth/

              AGILE

              Cognitive Biases | Artikelserie über Auswirkungen auf Teams

              Cognitive Biases treffen nicht nur Individuen, sondern schlagen auch in Teams unerbittlich zu. Nicht, weil wir doof wären. Oft ganz im Gegenteil. Und das ist ja das Gemeine an diesen Biases. Wie sie sich im Team auswirken, wie wir sie erkennen und hoffentlich auch auflösen können, darüber hat Till Weinert eine Blogserie gestartet, deren erster Teil im Teamworkblog erschienen ist. Er klingt recht interessant. Ich nehme an, die Folgebeiträge werden nicht minder interessant sein. Mal sehen.

              https://www.teamworkblog.de/2026/06/wenn-das-gehirn-lugt-cognitive-biases.html

              Sprint Commitment | Es bezieht sich auf das Ziel, nicht auf das Backlog

              Auch Chuck Suscheck beschäftigt sich mit kognitiven Fallen, stellt dabei jedoch einen direkten Bezug zu Scrum-Teams her und thematisiert ein Phänomen im Zusammenhang mit dem Sprint Commitment: Die Weigerung, das Sprint-Backlog im Sprint an neue Erkenntnisse anzupassen. Das finde ich auch immer wieder interessant. Insbesondere, wenn das Sprintziel gar nicht zur Debatte steht, sondern nur die Frage, wie es am besten erreicht werden kann. Und genau das ist es doch, was Agilität ausmacht. Wir erkennen, dass unser ursprünglicher Plan, das Ziel zu erreichen, nicht so funktioniert wie erwartet, und passen den Plan entsprechend an. Suscheck vermutet ein Missverständnis hinter diesem Verhalten. Eines, das sich mit etwas Aufklärungsarbeit auflösen lässt.

              https://www.scrum.org/resources/blog/cognitive-trap-sprint-commitments-misunderstanding

              Skalierte Silos | Wenn Silos keinen echten Mehrwert erzeugen

              Was mir in skalierten Umfeldern immer wieder auffällt: Silos werden nicht aufgelöst, sondern zu „agilen Silos” umfunktioniert. Echte crossfunktionale Zusammenarbeit? Schwierig. Wenn mehrere POs dann beständig untereinander aushandeln müssen, wie etwas gemacht wird, manifestieren sich die Silos wieder und die Transaktionskosten gehen rasant nach oben. Daher kommt auch die Idee, dass ein Product Owner (PO) für mehrere Teams aktiv wird. Das sind Teams, die crossfunktional geschnitten sind und an einem gemeinsamen Wertstrom arbeiten. Das klingt bei Mary Iqbal leicht, ist in der Praxis allerdings durchaus eine Herausforderung, weil das umgebende System nach wie vor in etablierte Kleinkönigreiche unterteilt ist, deren Herrscher ihre Einflusssphären vehement verteidigen.

              https://www.scrum.org/resources/blog/silos-are-bane-value-delivery

              Entscheidungserschöpfung | Woran Piorisierung oft scheitert

              Ralph Jocham versucht zu ergründen, weshalb gutes Priorisieren so schwerfällt, und kommt zu einer interessanten These. Es liegt oft nicht am Nicht-Wollen oder Nicht-Können im engeren Sinne, sondern ist das Ergebnis einer „Übermüdung”. Er nähert sich dem Thema zunächst aus individueller Perspektive und zeigt auf, dass eine übermüdete Organisation Entscheidungen aufschiebt, wenn die Energie zu gering ist, ähnlich wie ein übermüdetes Individuum. Sein Fazit lautet, Entscheidungen dann zu treffen, wenn der Geist noch fit ist, und die Anzahl der notwendigen Entscheidungen konsequent gering zu halten. Das klingt fast wie ein Henne-Ei-Problem. Auf jeden Fall ein Impuls, über den es sich lohnt nachzudenken.

              https://www.scrum.org/resources/blog/prioritizing-hardest-thing-your-brain-does-your-calendar-treats-it-easiest

              Metrik vs. Wirkung | Wieder mehr Fokus auf Wirkung legen

              Vero Levesque macht auf etwas aufmerksam, das auch mir immer wieder auffällt: Metriken sind oft wichtiger als Wirksamkeit. Insbesondere einfache und leicht zu ermittelnde Metriken rücken in den Fokus und führen zu Effizienzneurosen, bei denen die eigentliche Wirkung nahezu komplett aus dem Blick gerät, Wirkzusammenhänge ignoriert und der Blick fürs große Ganze komplett vergessen wird. Zwar bezieht sie sich in ihrem Blogartikel auf die öffentliche Verwaltung, doch lässt sich das selbst in so vielen Organisationen außerhalb des öffentlichen Diensts mit der gleichen fatalen Auswirkung beobachten.

              https://agile-verwaltung.org/2026/07/02/metrik-vs-wirkung-aktueller-spielstand-40/

              Hilfslose Teams | Wie Hilfe zur Entmüdigung führen kann

              Der Blogartikel von Steven Denning deckt einen wunden Punkt vieler Teams und Organisationen auf: Zu viel Hilfe schadet letztlich. Denn daraus entstehen neue Abhängigkeiten, die in Hilflosigkeit münden. Eine Hilflosigkeit, die entsteht, wenn eines Tages niemand mehr da ist, der sich kümmert, bevor ein Problem auftritt. Probleme lösen muss man üben. Dazu braucht es Herausforderungen. Dumm nur, wenn es diese Herausforderungen nie gibt, weil andere sie längst gelöst haben. Ein Team kann so keine Kompetenz aufbauen. Es wird von den Personen abhängig, die das immer für sie – gut meinend – getan haben. Und da liegt der Fehler. Der Fehler liegt darin, dass die Scrum Master:innen und Agile Coaches plötzlich nicht mehr da sind. Das Team kann das Problem nicht allein lösen. Es hat es nie gelernt.

              https://www.scrum.org/resources/blog/you-helped-your-teams-helplessness

              Design Thinking | Ein Tool fürs Prototypentesting

              Lars Richter hat mir heute einen Werkzeugtipp mit auf den Weg gegeben: das Testing Sheet. Es handelt sich um ein kleines Canvas für die Vorbereitung des Prototypentests. Nichts Überraschendes. Und doch hocheffektiv. Und genau das macht es so interessant. Einfache, aber hocheffektive und effiziente Werkzeuge, die nicht trivial sind, sind genau das richtige Handwerkszeug für den Arbeitsalltag. Und das sehe ich hier.

              https://scamper.blog/testing-sheet

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                    Selbstakzeptanz | Die Voraussetzung zur persönlichen Weiterentwicklung

                    Die Selbstakzeptanz ist die Voraussetzung für Veränderung und Persönlichkeitsentwicklung. Das Anerkennen, dass man selbst nicht perfekt ist und dass dies vollkommen normal ist, bildet die Grundlage für Entwicklung. Das erkennt Dan Rockwell zu Recht an. Denn wer sich und seine Schwächen nicht akzeptiert, wird versuchen, sie zu kaschieren und zu verstecken, statt reflektiert an ihnen zu arbeiten.

                    https://leadershipfreak.blog/2026/06/22/what-leaders-get-wrong-about-self-acceptance/

                    Zuhören | Die übersehene Macht des Zuhörens

                    Zuhören ist schwerer als Sprechen – eine Aussage, die ich aus meinem täglichen Erleben bestätigen kann. Dabei ist Zuhören oft deutlich wirksamer und effektiver. Es entfaltet eine unterschätzte Macht, die von vielen zu wenig genutzt wird. Auch hier bin ich wieder bei Dan Rockwell. In seinem Blogbeitrag gibt er vier knackige Tipps und empfiehlt, auch darauf zu achten, was nicht gesagt wird. Das ist ein schöner Impuls, bei dem ich mich selbst mal wieder an die eigene Nase fassen kann.

                    https://leadershipfreak.blog/2026/06/23/the-7-powers-of-listening/

                    Zettelkasten | Entwicklungsstufen einer Idee im digitalen Zettelkasten

                    Ich bin seit Jahren von der Idee des Zettelkastens von Luhmann fasziniert, schaffe es aber selbst nur bedingt, sie umzusetzen. Daher lese ich immer wieder gerne, wie es anderen gelingt. So auch Thomas Mathoi, der mich auf Obsidian aufmerksam gemacht hat. Ich habe es inzwischen gut in mein Notizenmanagement integriert und es leistet mir dort wertvolle Dienste. In dem verlinkten Blogbeitrag beschreibt er die Entwicklungsstufen eines Zettels in seinem Zettelkasten, den er in Obsidian abbildet. Auch ich nehme wieder einmal einiges für die Weiterentwicklung meines Notizsystems mit.

                    https://www.mathoi.at/2026/06/26/die-entwicklungsstufen-einer-idee-im-digitalen-zettelkasten/

                    LEAN

                    Kaizen | Mehr als nur Zahlenfetisch und Kampangnenshow

                    Das große Problem, das ich immer wieder sehe, sind Effizienzneurotiker, die verzweifelt versuchen, möglichst gute Zahlen zu produzieren, um zu zeigen, wie sie die Effizienz mal wieder erhöht haben. Das Schlimme dabei ist, dass die ganzheitliche und langfristige Perspektive dabei so sehr in den Hintergrund gerät, dass sie kaum noch eine Rolle spielt. Langfristig wird das Gegenteil erzielt. Genau an diesen Effekt erinnert mich Götz Müller, wenn er verdeutlicht, dass Kaizen nicht zu Kampagnen und Zahlen verkommen darf. Er verdeutlicht sehr gut, dass es bei Kaizen um kontinuierliches Lernen und Weiterentwickeln geht, was weit über Rituale und einen Zahlenfetisch hinausgeht.

                    https://www.geemco.de/artikel/wenn-kaizen-zu-kampagne-und-zahlen-wird/

                    AGILE

                    Wertverluste in agilen Entwicklung | Nichtwertschöpfende Arbeit erkennen und beheben

                    Der Beitrag von Thomas Schissler bezieht sich zwar auf Softwareentwicklung, dennoch lassen sich parallen und zu vielen anderen Bereichen die wenig mit Softwareentwicklung zu tun haben, erkennen. Mein Fazit aus der Lektüre ist eine Empfehlung, die ich ohnehin immer wieder gebe: sich ausgiebig mit der Idee der Auskömmlichkeit und Vermeidung von Muda zu beschäftigen, wie es im Toyota Production System forciert wird. Mich erinnert vieles an die die 8 Arten der nicht-wertschöpfenden Arbeit nach Taiichi Ohno. Nach wie vor ein großes Thema. Wenn nicht noch ein noch viel größeres seit Taiichi Ohno und seien Kolleg:innen begonnen haben, das TPS zu entwickeln. Und dies ist immerhin einige Jahrezehnte zurück. Gefüllt habe ich ohnehin den Eindruck, dass die Effizienneurotiker nicht nur weiterhin sinnlos walten, sondern verstärkt die Oberhand gewonnen haben und verstärkt Verschlimmbessern statt langfristige sowie ganzheitliche Strategien zu fahren. Zurück zum Kernthema des Beitrags. Viel Wirkung bleibt auf der Strecke, weil trotz Lean Management und agilen Manifest, viel zu wenig daran gearbeitet wird, unnötige und wertschöpfende Arbeit aufzuspüren. Das bremst erheblich die Wirksamkeit und schränkt am Ende unsere Innovationskraft ein.

                    https://www.scrum.org/resources/blog/wirkverluste-der-softwareentwicklung-ein-systemischer-ansatz-zur-effizienzsteigerung

                    Skalierung und KI | Kann KI dazu führen, dass wir skalierte Strukturen entkalken?

                    Es wird von verschiedenen Seiten kolportiert, dass KI Scrum überflüssig machen würde, wobei sich viele dabei sehr stark auf die Softwareentwicklung beziehen. Das ist bedauerlich, denn nicht nur Software wird entwickelt. Allein deshalb halte ich den Abgesang auf Scrum, den manche anstimmten, für verfrüht, wenn nicht sogar für einen Irrtum. Die KI wird die Art und Weise, wie wir arbeiten, verändern, das zeichnet sich ab. Nicht nur in der Softwareentwicklung. Teams werden teilweise kleiner und liefern mit KI-Unterstützung schneller. Und doch bestehen weiterhin enorme Herausforderungen. Die Organisationen müssen sich ebenfalls verändern. Veränderungen brauchen einen Rahmen usw. usf. Ob die Rechnung von Yuval Yeret aufgeht, wie von ihm beschrieben? Wenn man seinen Gedanken folgt, wird es auch ordentlich Veränderungen in Richtung Skalierung geben. Kleinere Teams, die weniger operativ und mehr taktisch unterwegs sind, werden im skalierten Kontext möglicherweise mehr koordinative Aufgaben übernehmen. Ob damit Skalierung einfacher wird? Es ist ratsam, skeptisch und doch offen zu bleiben. Zu oft wurde schon versprochen, dass sich durch den Einsatz von Methoden und Techniken Organisationsstrukturen entschlacken lassen – ohne dass sich diese Hoffnungen wirklich erfüllt haben..

                    https://www.scrum.org/resources/blog/your-scrum-team-didnt-get-obsolete-it-got-smaller-faster-and-aimed-bigger-work

                    Scrummüdigkeit | Nicht die Methode ist das Problem, sondern die fehlende Arbeit am System

                    Eine gewisse Müdigkeit bei den agilen Methoden ist überall spürbar. Gerne wird wieder in den Raum geworfen, Scrum habe seinen Zenit überschritten und es sei Zeit für etwas Neues. Da bin ich etwas anders gestrickt. Scrum ist nach wie vor super. Vorausgesetzt, es wird dort eingesetzt, wofür es gemacht wurde, und der Rahmen hierfür stimmt. Beides ist jedoch nicht immer gegeben. Für viele organisatorische Probleme sind nicht Scrum oder eine andere agile Methodik die Ursache. Das Problem ist eher die Methodengläubigkeit und das Fehlen nachhaltiger Veränderungen der Strukturen. Wie so oft wird gerne eine Methodik übergestülpt. Erst war es Lean, dann Agile und jetzt soll die nächste Methode oder aktuell die Technik in Form der KI alle Probleme lösen. Nein, liebe Leute. Das Problem ist viel zu oft, dass nicht wirklich am System gearbeitet wird, sondern nur Systemkosmetik betrieben wird. Die Arbeit am System ist Veränderung. Oft auch anstrengend. Und alles andere als einfach. Aber genau diesen Schritt gehen viele nicht. Dazu passt die Podcastfolge von Marc Löffler eigentlich recht gut. Sie ist zwar sehr auf Scrum bezogen, aber das Prinzip lässt sich übertragen. Man könnte allerdings auch Kanban, Obeya oder etwas anderes nehmen. Das Kernproblem ist und bleibt die nachhaltige strukturelle Arbeit am System. Das war schon immer so. Und es wird auch immer so sein. Das Rüstzeug haben wir bereits, auch wenn einige versuchen, es neu zu erfinden. Nur müssten wir es öfter tun – die Veränderungsträgheit von Organisationen ist allerdings auch schon lange und immer wieder Gegenstand der Organisationssoziologie (das Thema begleitet mich schon seit meiner Studienzeit, die mittlerweile auch schon mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt).

                    https://passionateteams.com/e/was-kommt-eigentlich-nach-scrum/

                    Agiles Manifest | Agilität ist kein Selbstzweck, sondern eine wirtschaftliche Strategie

                    In seinem 7-minütigen Podcast erinnert Thomas von No Bullshit Agile daran, dass das Agile Manifest eine ökonomische Komponente hat, die meiner Meinung nach sträflich vernachlässigt wurde. Schade ist, dass er dabei nicht auf die Bezüge zum Lean Management und dem Konzept der Auskömmlichkeit eingeht. Das wäre sicherlich auch spannend und würde gut zum Kontext passen. Eventuell wird das noch Gegenstand einer späteren Podcastfolge. Hoffe ich zumindest.

                    https://no-bullshit-agile.de/nbak07-agiles-manifest-oekonomische-strategie.html

                    Verbesserungskata | Wie eine Lean-Idee helfen kann agiler zu werden

                    Es dürfte bekannt sein, dass ich ein großer Freund der Verbesserungs- und Coachingkata bin. Lustigerweise gab es Menschen, die meinten, sie müssten eine agile Variante daraus machen. Das halte ich für unnötig, denn bei näherem Hinsehen erzeugt es keinen vertiefenden Zusatznutzen. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich die Idee nach wie vor super finde. Wie Ralph Jocham bin auch ich der Meinung, dass die Verbesserungs- und Coachingkata eine sehr gute Ergänzung zu Agilität ist. Ich kann jedem nur empfehlen, sich stärker mit Lean Management zu beschäftigen. Das hat mir sehr dabei geholfen, ein vertiefendes Verständnis von Agilität und agilen Rahmenwerken zu entwickeln.

                    https://www.scrum.org/resources/blog/what-kata-gives-agile-retrospectives-never-could

                    Scrum Master | Scrum Master sind Manager und Führungskräfte

                    Ich bin der festen Überzeugung, dass Scrum Master und vergleichbare agile Rollen aus anderen Frameworks Führungskräfte sind und auch als solche verstanden werden sollten. Die im Scrum-Framework für die Rolle des Scrum Masters beschriebenen Aufgaben entsprechen in etwa meinem Verständnis von guter Führung und Führungsaufgaben. Auch wenn der Begriff „Manager” – wie Jan Fischbach treffend ausführt – negativ besetzt ist, ist es eigentlich genau das, was ein Scrum Master tut, zumindest im positiv gelebten Sinne: Führen, Rahmen schaffen, unterstützen, koordinieren. Bedauerlicherweise ist der Begriff „Manager” nicht ganz zu Unrecht negativ besetzt. Etwas mehr Rückbesinnung auf die Wurzeln und die Grundideen könnte dabei helfen. Scrum Master, die ihren Job richtig machen, sind Manager. Manager, die ihren Job machen.

                    https://www.teamworkblog.de/2026/06/scrum-master-als-manager.html

                    Backlogpflege | Die solide Basis ohne die es nicht geht

                    Ein gut gepflegtes Backlog ist eine solide Basis. In der Praxis hakt es jedoch genau dort: bei der Pflege des Backlogs. Das Ganze erinnert mich irgendwie an 5S aus dem Lean Management. Das Backlog muss inspiziert, die Einträge überprüft und an den richtigen Platz geschoben werden. Überflüssige Einträge müssen entfernt werden. All das sollte als regelmäßige Routine konsequent durchgeführt werden. Ausgerichtet an einem gemeinsamen Ziel. Fast so, wie Mary Iqubal es hier beschreibt, auch wenn sie 5S nicht ins Spiel bringt.

                    https://www.scrum.org/resources/blog/clean-out-product-backlog

                    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

                    KI als Beschleuniger | Wenn die KI zu schnell beschleunigt …

                    Warum ordne ich den sehr langen Blogartikel von Daniel Dubbels zum Thema KI bei Management und Leadership ein? Weil es hier um die Verantwortung geht, die sich aus dem Einsatz von KI im Bereich Führung und Management ergibt. Daniel beschreibt ausführlich, wie der Einsatz von KI zu Überforderung von Menschen und Organisationen führen kann. Was auf den ersten Blick wie eine Steigerung der Produktivität aussieht, kann möglicherweise zu einer Verdichtung der Arbeit und am Ende zu einer Überlastung führen. Ein Thema, das meines Erachtens die Führung ins Visier nehmen muss, um den passenden Rahmen zu spannen. Interessanterweise endet der Artikel nicht mit einem Fazit, sondern mit der fast ein wenig ratlosen Erkenntnis, dass dem Autor selbst noch keine Lösung für das Problem einfällt. Allerdings ist er damit schon einmal bei der Erkenntnis eines Handlungsbedarfs und damit sicherlich vielen längst voraus. Insbesondere Politik- und Wirtschaftsvertretern, die meinen, man müsse die Wochenarbeitszeit erhöhen, obwohl wir eine qualitative Verdichtung der Arbeitsbelastung erleben, ist er voraus. Ich merke schon, daraus könnte noch ein Gedankengang entstehen – und das bei den aktuellen Temperaturen, die der Denkarbeit eher abträglich sind.

                    https://www.inspectandadapt.de/beschleunigst-du-dein-team-mit-ki-gegen-die-wand/

                    Ethik | Die goldene Regel oder lebe vor, was Du von anderen erwartest

                    Detlef Stern trifft für mich persönlich einen Nagel auf den Kopf, den ich beim Thema Führung und Management immer wieder negativ wahrnehme. Führungskräfte stellen Anforderungen und Forderungen an Mitarbeitende, ohne selbst auch nur ansatzweise das zu beherzigen, was sie einfordern. Ein weiserer Mensch als ich sagte einmal zu mir: „Wenn du willst, dass jemand etwas tut, dann lebe es selbst vor.” Seine Begründung war simpel: Wer das nicht macht, wird unglaubwürdig. Wer unglaubwürdig ist, verliert das Vertrauen. Wer das Vertrauen verliert, kann nicht führen. In diesem Sinne gilt: Eat your own dogfood.

                    https://t73f.de/blog/2026/dogfood/

                    POLITIK UND GESELLSCHAFT

                    AfD-Verbot | Ein Plädoyer für ein überfälliges Verbot – bevor es zu spät ist

                    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich die AfD für eine verfassungsfeindliche Partei halte. Während ich früher hin und wieder noch seltene Exemplare aus der Gründungszeit der Partei erlebt habe, mit denen man durchaus noch einen kritisch-rationalen Dialog führen konnte, ist diese Partei längst von Rechtsextremisten gekapert worden und ihre Anhänger verhalten sich mehr oder weniger wie ihre geistigen Ahnen. Die Belege hierfür sind meines Erachtens erdrückend – hierfür spricht auch das vor Kurzem veröffentlichte Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte, das ausschließlich öffentliche Quellen genutzt hat und durchaus differenzierte Töne anschlägt (auch wenn ich das 1500-seitige Gutachten noch nicht vollständig lesen konnte). In seinem Gastbeitrag im Blog der Republik erläutert Werner Mittelstaedt sehr gut und genau, warum wir ein AfD-Verbot brauchen. Das mag zwar das Kernproblem nicht lösen, wäre aber ein dringender erster Schritt. Denn schon einmal ist es einer rechtsextremistischen Partei in Deutschland gelungen, die Macht an sich zu reißen, eine ganze Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit mit brutalsten Mitteln gleichzuschalten und ins Unglück zu stürzen.

                    https://www.blog-der-republik.de/warum-die-afd-verboten-werden-muss-gastbeitrag-von-werner-mittelstaedt/

                    Umgang mit der AfD | Bessere Politik löst das Problem nicht, den die Ursachen sitzen woanders

                    Allen, die meinen, man könne der AfD mit „guter” Politik entgegentreten und sie würde dann von allein verschwinden, möchte ich gerne den Kommentar von Thomas Schmid hierzu nahelegen. Meiner Meinung nach haben wir in unserer Gesellschaft ein Krisenresilienzproblem. Als Gesellschaft haben wir es nicht geschafft, die notwendige Ambiguitätstoleranz für den Umgang mit einer komplexen Welt zu entwickeln. Wir haben uns in der Vergangenheit auf einem vermeintlichen Zukunftsversprechen ausgeruht, das uns im Zeitalter der multiplen Krisen und der weltweiten Interdependenzen bedroht erscheint. Dabei schwebt dieses Damoklesschwert schon seit Jahrzehnten über uns. Ich muss dabei direkt an Benjamin Barbers Buch „Jihad vs. McWorld: How Globalism and Tribalism Are Reshaping the World” aus dem Jahr 1995 denken. Eine Mahnung, die leider ungehört geblieben ist.

                    https://schmid.welt.de/2026/06/26/alles-soll-anders-werden-warum-der-afd-mit-guter-politik-kaum-beizukommen-ist/

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                      #LINKSDERWOCHE | 25/2026: Produktivität, Projektmanagement, Lean, Agile, Politik und Gesellschaft

                      PRODUKTIVITÄT

                      Delegation | Damit sie gelingt …

                      Ivan Blatter greift mit dem Thema „Aufgabendelegation” einen Klassiker auf. Ihr kennt das bestimmt: Bevor ich eine Aufgabe delegiere, erledige ich sie lieber selbst, weil … Na, klingelt es? Wenn ja, dann hört unbedingt mal rein. Oft klemmt es bei der Delegation nämlich daran, dass wir die Entscheidungskompetenz nicht mit delegieren oder nicht nur das Ziel, sondern auch das Wie vorgeben. Insgesamt gibt es fünf sehr gute Tipps für die Aufgabendelegation, damit sie künftig besser funktioniert. Eine gute Aufgabendelegation will vorbereitet sein, dann wird auch ein Schuh daraus.

                      https://share.transistor.fm/s/b4ccc2f1

                      Von der Idee zur Umsetzung | Die NABC-Methode als Hilfsmittel

                      Meine Lieblingsfrage lautet: „Was wollen wir für wen mit welchem Ziel erreichen und wozu ist das gut?” Beim Lesen des Blogartikels von Lars Richter musste ich spontan an diese Frage denken. Denn die von ihm vorgestellte NABC-Methode geht in eine ähnliche Richtung. Gut, bei ihm steht die Produktentwicklung im Mittelpunkt, aber ich bin fast überzeugt, dass sie sich leicht abgewandelt auf viele andere Bereiche übertragen lässt. Denn am Ende geht es darum, eine Idee so weit zu entwickeln, dass sie klar genug greifbar wird, um sie umzusetzen.

                      https://scamper.blog/nabc/

                      Kreativität | Kreativität funktioniert nicht auf Knopf druck

                      Zum Thema Kreativität kann ich jedem nur raten, einem Künstler in seinem Atelier über die Schulter zu blicken. Nicht, weil diese Menschen deutlich kreativer wären als andere, sondern weil die Beobachtung verdeutlicht, dass Kreativität ein Prozess ist. Es ist eben nicht der Heureka-Blitz, den wir alle vermutlich im Kopf haben. Kreativität ist also nichts, was auf Knopfdruck entsteht. Daher kann echte Kreativität nicht einfach durch eine KI ersetzt werden. Ob sich das irgendwann ändert, kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Aber ich konnte mir vor 30 Jahren vieles nicht vorstellen, was technisch mittlerweile möglich ist. Daher schließe ich es nicht aus. Andrea Herrmann beleuchtet das Thema Kreativität mit besonderem Blick auf KI. Ihr Fazit: Kreativität braucht mehr als neue Ideen. Und ich kann nur sagen: Das ist so!

                      https://t2informatik.de/blog/kreativitaet-auf-knopfdruck/

                      Ego | Die Dosis macht das Gift

                      Die Dosis macht das Gift. Das gilt für nahezu alles, was mir spontan einfällt. Es gilt auch für Selbstbewusstsein oder Ego, wie Dan Rockwell es nennt. Zu wenig ist ungesund. Es führt dazu, dass man sich zurückhält. Zu viel davon mündet in Arroganz und Selbstherrlichkeit. Dies wiederum führt dazu, dass man unreflektiert wie ein Elefant im Porzellanladen mehr Schaden anrichtet, als gut ist. Es braucht also ein gesundes Maß. Die Frage ist: Wie findet man das richtige Gleichgewicht? Rockwell hat fünf Praktiken im Gepäck, die dabei helfen sollen. Sie hören sich für mich schlüssig an. Übung macht den Meister bzw. die Meisterin.

                      https://leadershipfreak.blog/2026/06/18/enough-ego-to-make-a-difference/

                      Notizen | Der Unterschied zwischen Notizen erstellen und Notizen machen

                      Daniel Schimpke hat mir einen interessanten Impuls zum Thema „Notizen machen” ins Blickfeld gespült. Interessant ist, dass er hier zwischen Note-Making und Note-Taking unterscheidet. Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken, was das für mich bedeutet. Spannend finde ich den Bezug zur Persönlichkeitsentwicklung, der sich daraus ergibt.

                      https://www.kadaschi.de/notizen-erstellen-ist-mein-persoenlichkeitstraining/

                      PROJEKTMANAGMENT

                      Wissenstransfer | Wie gelingt es Erfahrungswissen weiterzugeben?

                      Was mich schon immer genervt hat und mich schließlich vor 18 Jahren zu meiner „Entdeckungsreise in die Agilität” geführt hat, war der fehlende Transfer des Erfahrungswissens während und am Ende von Projekten bzw. im Linienalltag. Bis heute erlebe ich das immer wieder. Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als ehrenamtlicher Beirat des Innovationsrates einer caritativen Einrichtung. Dort haben wir immer wieder betont, dass zur Nachhaltigkeitsprüfung eines Projekts auch die Sicherung des Wissenstransfers während und am Ende des Projekts gehört. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Die tollen, bunten Projektberichte und Dokumentationen schaut sich selten jemand an. Sie sind zu trocken, zu wenig eingängig und oft einfach auch übervoll mit Zahlen, Daten und Fakten, die sich nur schwer und schon gar nicht schnell erschließen. Ein Thema, das auch Viktoria Köstner umtreibt. Wie sie treffend feststellt, wird auch die KI das Problem nicht lösen. Ohne eine geeignete Lernkultur funktionieren die besten Werkzeuge und Tools nicht. Gute Communities of Practice können deutlich mehr leisten, sofern man sie stabil zum Laufen bekommt. Dafür braucht es aber auch den nötigen Freiraum, der leider oft von „Effizienzneurotikern” geopfert wird.

                      https://t2informatik.de/blog/lessons-learned-ohne-lernen/

                      LEAN

                      SQCDP | Wenn Effizienzneurotiker sinnlos walten …

                      Meint Götz Müller mit seinem Blogartikel die von mir oft kritisierten Effizienzneurotiker? Mir kommt es so vor, als nutze und umdeute er das Akronym SQCDP und die dahinterliegende Sicht der Dinge. Das entspricht genau der Vorgehensweise der Effizienzneurotiker, die damit am Ende das Gegenteil dessen erreichen, was wir mit Lean anstreben. Anstatt die Auskömmlichkeit zu erhöhen, reduzieren wir die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens.

                      https://www.geemco.de/artikel/das-wahre-sqcdp-mancher-unternehmen/

                      AGILE

                      Stories schneiden | Drei plus eins Methoden damit es besser gelingt

                      Erstaunlich oft ist Storys schneiden immer noch ein großes Thema. Selbst nach vielen Jahren stelle ich das immer wieder fest. Dabei gibt es einige sehr gute, bewährte Ansätze, die wirklich gut funktionieren. Vier davon hat Simon Flossmann in einem Beitrag sehr schön dargestellt. Er bietet auch gleich ein KI-Playbook an, das man nutzen kann, um sich von einer geeigneten KI beim Zuschneiden der Storys unterstützen zu lassen. Die Betonung liegt auf „unterstützen”, denn am Ende ersetzt es den Dialog mit den Beteiligten nicht. Dies gilt natürlich immer vor dem Hintergrund, dass ihr euch in einem Umfeld bewegt, in dem die KI-Nutzung zugelassen ist.

                      https://www.scrum.org/resources/blog/ki-playbook-story-schneiden-3-bewahrte-strategien-aus-10-jahren-scrum-damit-termingerechte-lieferung-kein-glucksspiel-mehr-ist

                      Product Owner | Fokus und mentale Stärke im Alltag aufrechterhalten

                      Während sich ein Scrum-Team auf den geschützten Sprint berufen kann, wird es für einzelne Rollen wie den Product Owner im Arbeitsalltag schwierig, den Fokus so zu halten, wie es wünschenswert wäre. Alle Anspruchsgruppen rund um ein Projekt wollen informiert werden, Input geben, Ansprüche äußern, Informationen übergeben usw. Es ist nicht einfach, den Fokus zu behalten. Es gibt viele Einfluss- und Störgrößen. Ein gutes Produktivitätsmanagement ist dabei sicherlich hilfreich, wenn auch nicht immer die alleinige Lösung. Das kennt man ja. Wenn die Zeit fehlt, wird gerne empfohlen, Prioritäten zu setzen – als ob man vollständig selbstbestimmt wäre. Das dürfte auf die wenigsten Menschen zutreffen, insbesondere, wenn – wie ich es sehr oft erleben darf – andere meinen, sie könnten über die Zeit anderer Menschen großzügig verfügen (zu spät kommen, Termine nicht einhalten usw.). Aber das ist ein anderes Thema. In ihrer Podcastfolge haben die Produktwerker den Fokus naheliegenderweise klar auf die Rolle der POs gelegt. Einige Dinge finde ich recht passend, bei anderen würde ich sagen: In der Theorie gut, in der Praxis – wie ich schon sagte – hängt es stark vom Umfeld ab.

                      https://produktwerker.de/entspannt-bleiben-als-po-fokus-klarheit-und-mentale-staerke-im-alltag/

                      Sprint Review | Damit der PO nicht zum Spielball der Politik wird …

                      Wer auch immer den Mythos der „politikfreien Zone” von Unternehmen verbreitet hat – und die „BWLer” haben es lange behauptet, zumindest wenn ich an die Diskussionen denke, die ich noch vor wenigen Jahren immer wieder geführt habe – hat vielen Mitmenschen keinen Gefallen getan. Ein Unternehmen ist nicht frei von „Politik”, Macht- und Herrschaftskämpfen. Ich kenne keine einzige Organisation, die das ist. Es geht nie nur um rein rationale Entscheidungen. Das gilt auch für das Verhalten in Sprint Reviews. Ich beziehe mich hierbei insbesondere auf Punkt 3 von Simon Flossmann, wobei auch Punkt 1 mitschwingt und Punkt 2 betroffen sein dürfte. Ich bin übrigens ein Fan von Konsent statt Konsens. Damit lassen sich auch so manche politisch verfahrene Situation auflösen 😉

                      https://www.scrum.org/resources/blog/diese-3-fehler-im-sprint-review-machen-product-owner-zur-marionette-ihrer-stakeholder-und-wie-du-dir-deine-autoritat-zuruckholst

                      Estuarine Mapping | Dave Snowdens neues Modell in kurz erklärt

                      Das Cynefin-Modell von Dave Snowden dürfte vielen bekannt sein. Mittlerweile gibt es eine „Weiterentwicklung“: das Estuarine Mapping, das ebenfalls von Dave Snowden stammt. Ich habe es mir schon einmal angesehen, musste aber gestehen, dass sich die Erklärung „sperrig” las, sodass ich es mir für einen zweiten Anlauf zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben habe. Auch, weil mein Hauptaugenmerk aktuell auf anderen Themen liegt. Dennoch ist es interessant. Das wird dem einen oder anderen klar, der sich Felix Steins Zusammenfassung anschaut.

                      https://www.lean-agility.de/2026/06/estuarine-mapping.html

                      POLITIK UND GESELLSCHAFT

                      Rechtsextremismus | Die „Grauen Wölfe“ als rechtsextreme Gefahr auch in Deutschland

                      In jüngerer Zeit lag beim Stichwort „Rechtsextremismus” der Fokus immer wieder auf der „Nicht-Alternative” und ihren us-amerikanischen Freunden. Dabei haben wir in Deutschland eine nicht zu unterschätzende rechtsextremistische Gefahr, die unverhohlen Menschen mit türkischen Wurzeln umwirbt. Die Grauen Wölfe. Eigentlich ist das kein unbekanntes Phänomen. Sie sind in der Wahrnehmung leider etwas in den Hintergrund gerückt. Mit Blick auf die internationale Vernetzung von Rechtsextremisten ist der Beitrag von Rabia Kökten sehr wichtig, da er daran erinnert, dass Rechtsextremismus ein Phänomen ist, das durchaus bunter sein kann, als wir oft wahrnehmen.

                      https://scilogs.spektrum.de/rechtsextremismus/neuer-deutscher-rechtsextremismus-oder-warum-wir-uns-in-deutschland-mit-den-grauen-woelfen-befassen-muessen/

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                          [?]Trond Hjorteland » 🌐
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                          Organisational Dysfunction of the Day

                          Fixing the process

                          Context: Your team runs retrospectives. The board is visible. The ceremonies happen on time. You adopted lean thinking years ago, worked on flow, reduced batch sizes, and improved feedback loops. For a while, it helped. Then the gains plateaued. The same patterns returned, now with better labels. Scrum is in place, but the standups feel like status reports. The process is being followed, and the problems are still there. Something underneath the process is not changing.

                          OST explains: J. Robins & Sons, a hundred-year-old Australian fashion shoe manufacturer, tried the manufacturing-improvement playbook and ran into the same wall. They were heading the way every other Australian shoe maker had gone, towards offshoring or extinction. So they did something different: they used Participative Design Workshops to legally change the design principle from DP1 to DP2, the self-managing-group structure. Over five years, total stock dropped 50%, lead time went from 15 days to 2 hours, customer returns dropped 45%, downtime dropped 65%, pairs produced per person rose 30%, and absenteeism fell from 4% to 1.5%. They became the sole remaining large footwear manufacturer in Australia, competing with India and China without shifting jobs offshore. The lean and scrum tradition was built on real insights about flow and teamwork, but it stopped at process. OST goes one step further and changes the structure that the process runs on top of. Process improvements without structural change can take you a long way, until they cannot. J. Robins shows what is on the other side.

                            [?]Jason Yip » 🌐
                            @jchyip@mastodon.online

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