schmonz.com is a Fediverse instance that uses the ActivityPub protocol. In other words, users at this host can communicate with people that use software like Mastodon, Pleroma, Friendica, etc. all around the world.
This server runs the snac software and there is no automatic sign-up process.
Bei der Wortkombination „Ja, aber …” ziehe ich schnell eine Augenbraue hoch. Zustimmung mit Einschränkung? Die meisten Menschen werden an dieser Stelle wahrscheinlich aufhören, weiterzudenken. Man kann es aber auch anders sehen, so wie Dan Rockwell. Er sieht im „aber” einen Indikator, um tiefer zu bohren. Vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein. Mit großer Wahrscheinlichkeit spielen die von Dan Rockwell benannten sieben Bedeutungen dieses „Abers” eine gewichtige Rolle. Das ist ein guter Einstieg, den man mit der 5-Why-Methode vertiefen kann. Dabei fragt man immer weiter nach dem „Weshalb”, bis es sich nicht weiter aufdröseln lässt. Das Schöne dabei ist, dass die vermeintliche Einschränkung des „Abers“ dadurch schnell zu einem Rahmen wird, innerhalb dessen man durchaus Handlungsspielräume hat, die im ersten Moment nicht gesehen werden. Probiert es ruhig mal aus! Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
https://leadershipfreak.blog/2026/10/02/the-7-meanings-of-but/
Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt und das ich immer wieder aufgreife, ist die aktive Übernahme von Verantwortung. Dies spiegelt sich im zweiten verlinkten Blogartikel von Dan Rockwell wider. Ich persönlich sehe in der aktiven Verantwortungsübernahme keinen Einbahnverkehr, sondern einen permanenten Austausch zwischen den Beteiligten mit dem Ziel, gemeinsam zu lernen und die Dinge besser zu machen. Dazu muss man so früh wie möglich über Hindernisse, Fallstricke und Erwartungen sprechen. Genau hier setzt der verlinkte Beitrag meines Erachtens sehr gut an, da er Verantwortung als Vereinbarung definiert und das „Scheitern” einer solchen als Ausgangslage für eine neue, bessere Vereinbarung sieht. Das ist echte Verantwortungsübernahme.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/30/reject-backwards-accountability/
Für Freunde von Obsidian – oder diejenigen, die es werden wollen – gibt es eine neue, interessante Buchpublikation. Das Buch von Thomas Mathoi wird in Kürze im Buchhandel erhältlich sein. Ich freue mich besonders darauf, denn ich lese nicht nur seit Langem seinen Blog, der auch immer wieder als Quelle für Obsidian-Kniffe verlinkt wird, sondern kenne ihn auch schon seit einiger Zeit persönlich. Wir hatten vor vielen Jahren auf dem für mich unvergesslichen Barcamp in Dornbirn die Gelegenheit, uns kennenzulernen. Schade, dass es diese Veranstaltung nicht mehr gibt. Sie war für mich jedes Jahr der Höhepunkt. Diese Zeiten sind leider vorbei, und auch die Barcamp-Welle hat stark nachgelassen.
https://www.mathoi.at/2026/09/30/obsidian-wissen-aufgaben-und-projekte-managen/
Da hat mich Edgar Rodehack aber direkt erwischt. Ja, auch ich gehöre zu den Menschen, die aus Begeisterung für eine Idee oder aus Verpflichtungsgefühl zu schnell „Ja” sagen und Zusagen treffen, die sie besser nicht getroffen hätten. Nicht, weil ich nicht helfen will, sondern weil mir am Ende die Kapazitäten hierfür fehlen. Da ich meine Verpflichtungen sehr ernst nehme und nicht einfach die Zügel schleifen lasse, bin ich in der Vergangenheit des Öfteren an die Grenze des Leistbaren gegangen. Inzwischen habe ich dazugelernt und sage öfter „nein”, auch wenn es mir schwerfällt (wenn mir das Thema beispielsweise sehr wichtig erscheint). Niemandem ist geholfen, wenn ich „Ja” zu etwas sage, es am Ende aber nicht „liefern” kann oder mich so übernehme, dass ich auf „Verschleiß” fahre. Nicht-Ziele zu definieren, kann hierbei übrigens sehr hilfreich sein.
https://www.teamworkblog.de/2026/09/wer-immer-ja-sagt-dessen-nein-ist.html
Denkblockaden dürften uns allen irgendwann bekannt sein. Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Hier helfen bewährte Techniken wie die Walt-Disney-Methode, die Lars Richter kurz und prägnant beschreibt, sicherlich weiter. Und nein, sie geht nicht auf den Visionär Walt Disney zurück. Zumindest hat er sie nicht erfunden. Aber er war sicherlich die Inspiration dahinter. Das deckt sich zumindest mit dem, was ich über Walt Disney gelesen habe. Er war wohl tatsächlich des Öfteren in der Lage, die verschiedenen Perspektiven immer wieder selbst einzunehmen.
https://scamper.blog/walt-disney-methode/
Eines der zentralen Probleme bei der Wissensvermittlung in Organisationen ist, dass sich vieles an Wissen nicht sinnvoll verschriftlichen lässt, um es weiterzugeben. Dazu gehört beispielsweise Erfahrungswissen. Bei Toyota hat man eine Art Mentoring entwickelt, bei dem jeweils ein erfahrener Kollege bzw. eine erfahrene Kollegin einen Neuling unter die Fittiche nimmt. Und das nicht nur für ein paar Tage, sondern über deutlich längere Zeiträume. Spannend ist auch, dass der Mentor nicht der direkte Linienvorgesetzte ist, wodurch ein informellerer Rahmen entsteht. Ebenfalls spannend ist, dass die Mentoren darauf geschult und trainiert werden, mit coachenden Techniken die Problemlösungskompetenz der „Neulinge” zu aktivieren. Der Bericht von Frank Noto enthält darüber hinaus noch weitere Aspekte, die verdeutlichen, was unter Respekt gegenüber Menschen im Kontext des TPS verstanden wird. Auch die langfristige Denkweise, die ggf. auch kurzfristige Verluste in Kauf nimmt, spiegelt sich hier sehr schön wider.
https://www.lean.org/the-lean-post/articles/toyotas-answer-to-knowledge-walking-out-the-door/
Achtung, meine Alarmglocken schrillen laut. Bei der Überschrift „Hilfe, mein Team arbeitet dauernd an Stories, die gar nicht wichtig sind” hatte ich direkt einige Projekte vor Augen, in denen ich mich bereits austoben durfte. Die Ursachen können tatsächlich sehr vielfältig sein: Mangelnde Klarheit in der „Zielsetzung”, unklare „Teamprozesse”, fehlende Unterstützung durch einen Produktverantwortlichen usw. – die Liste ließe sich noch erweitern. Noch schlimmer wird es, wenn das Ganze nicht in den zugehörigen Teamretrospektiven oder Kaizen-Meetings auf den Tisch kommt und besprochen wird – sofern es diese überhaupt gibt. Irgendwie muss ich dabei immer an unsere Freunde von der Lean-Fraktion denken, die eine klare Ausrichtung am Bedarf des „Auftraggebers” mit Fokus auf wertschöpfende Arbeit propagieren. Mehr zum Thema gibt es bei den Produktwerkern zum Anhören, bevor ich Gefahr laufe, wieder ganz woanders herauszukommen.
https://produktwerker.de/hilfe-mein-team-arbeitet-dauernd-an-stories-die-gar-nicht-wichtig-sind/
Engpassverschiebung | Wenn Dank KI der Engpass nicht mehr die Entwicklung ist …
In den letzten Tagen ist mir wieder bewusst geworden, wie zeitlos die 14 Prinzipien des Toyota Way auch nach über 20 Jahren noch sind. Sie könnten ein wunderbarer Kompass für das sein, was wir – nicht nur in der Softwareentwicklung – durch die KI erleben. Der Blogartikel von Yuval Yeret ist ein Beispiel dafür, wie sie wirken könnten. Mit KI lässt sich Software schneller entwickeln, testen und weiterentwickeln. Der Engpass verschiebt sich dabei von der Entwicklung hin zum Business. So der Autor. Und damit liegt er nicht ganz falsch. Ganz im Sinne von „Entwicklung nach Bedarf” verschiebt sich der Engpass, den es zu lösen gilt, im Wertstrom deutlich. Es entstehen übrigens auch andere Probleme, bei denen uns die konsequente Anwendung des Toyota-Wegs helfen könnte. Da sind wir allerdings bei einem anderen Thema, nämlich nicht wertschöpfende Arbeit, die entstehen kann, zum Beispiel „Überproduktion” von Code. Nur mal so nebenbei. Das ist aber ein anderes Thema.
https://www.scrum.org/resources/blog/ai-made-engineering-faster-why-not-business
Product Owner | Was PO besser nicht tun sollten …
Nach dem kleinen Ausflug zur Thematik „Wertstrom und KI” widmen wir uns wieder den Problemen agiler Teams. In dem konkreten Artikel von Mary Iqbal, den ich hier verlinke, geht es um die Rolle des Product Owners in Scrum-Teams. Zur Erinnerung: Jede Rolle in einem Scrum-Team hat einen Fokus – und das aus gutem Grund. Zusammen als Team erstellen die Rollen das Endergebnis. Und dafür sind sie gemeinsam verantwortlich. Dieses Zusammenspiel birgt viele Fallstricke, auch wenn Scrum ein leichtgewichtiges Rahmenwerk ist. Einige dieser Fallstricke, die sich auf die Rolle des Product Owners beziehen, werden im Beitrag gut widergespiegelt. Beispielsweise gibt es Product Owner, die ständig das „Wie” der Umsetzung definieren wollen – das ist jedoch die Aufgabe der Fachleute im Team. Oder die Vorstellung, dass der Product Owner alle Anforderungen selbst schreiben sollte. Na, kommt Ihnen das bekannt vor?
https://www.scrum.org/resources/blog/5-things-product-owner-shouldnt-be-doing
Der Blogpost von Dominik Maximini ist aus zwei Gründen sehr interessant für mich: Einerseits benennt er ein Problem, mit dem wir häufig konfrontiert sind, und andererseits stellt er einen simplen, aber effektiven Ansatz vor, der übrigens mal wieder aus dem Lean-Kontext stammt. Das Problem lässt sich damit zusammenfassen, dass wir Leistung im Management (und analog in Teams) mit den falschen Kennzahlen messen. Wir orientieren uns an „Finanzkennzahlen”, die zwar als „Indikatoren” für die finanzielle Gesundheit dienen, aber nicht wirklich sichtbar machen, wie gut tatsächlich werthaltige Ergebnisse erzielt werden und weshalb. Bei der Suche nach einer besseren Metrik zur Messung der Managementleistung hat er die 5-Why-Methode angewendet. Eine simple Methode, die im Toyota-Produktionssystem zum Standardrepertoire der Ursachenforschung gehört. Laut seiner Analyse lässt sich Managementleistung übrigens über „die Anzahl unangenehmer Überraschungen“ messen, denn das ist der Job des Managements: Rahmen schaffen, damit Mehrwert (für den Kunden) erzeugt werden kann..
Zur Führung gehört Beziehungsarbeit. Das gilt auch innerhalb eines Teams. Ein Team ist nur so gut, wie die Beziehungen innerhalb des Teams (aber auch zu anderen Teilen des Systems Organisation) funktionieren. Die Aufgabe der Führung ist es, innerhalb des Teams den Rahmen zu schaffen, damit es auch ein Team werden kann und nicht nur eine lose Ansammlung von Mitarbeitenden. Ein Team muss jedoch nicht gleich eine Familie werden. Es geht um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, denn nur so können die Bälle innerhalb des Teams hin- und herfliegen. Genau hier setzt der Blogartikel von Alen Ganic an. Kein Hexenwerk. Vieles ist bekannt. Nur leider wird es nicht immer wirklich (vor-)gelebt. Noch einmal: Gute Führungsarbeit ist auch Beziehungsarbeit.
https://blog.gembaacademy.com/2026/10/02/building-trust-among-team-members-a-leaders-responsibility/
Liebe Führungskräfte, der Artikel von Christine Schmitt richtet sich an euch. Denn die innere Kündigung ist oft ein Problem schlechter Führung und fehlender Wertschätzung. Wer die Warnzeichen nicht ernst nimmt und nicht darauf reagiert, sollte sich nicht wundern, wenn sie sich ausbreitet. Bedauerlicherweise sind viele Führungskräfte bis heute in erster Linie „Verwalter” und haben nicht verstanden, dass Führung – wie weiter oben bereits zum Ausdruck gebracht – kontinuierliche Beziehungsarbeit ist. Fehlende Wertschätzung ist ein Grund dafür, dass Menschen in die innere Kündigung gehen. Überhaupt ist fehlender „Respekt” für mich mittlerweile das Alarmzeichen. Das beginnt im Bewerbungsverfahren und endet mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis. Und das schlägt sich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg einer Organisation durch.
https://t2informatik.de/blog/innere-kuendigung-im-team/
#Agile #Leadership #Lean #LinksDerWoche #Management #ProduktivitätIf you build something and your customers don't end up using it, that is, by definition, overproduction. #Lean
What I’ve been reading (and watching) week ending 4 October 2026 https://medium.com/@jchyip/what-ive-been-reading-and-watching-week-ending-4-october-2026-c8ff418c2bcc #AI #LeanStartup #Lean #Geopolitics #Cooking
#Lean LaunchPad – The Next Generation https://steveblank.com/2026/09/30/lean-launchpad-the-next-generation/
@thomas_michl stand mit einem Team vor einem völlig überladenen Backlog. Seine Idee: Das ist ein Lager. Also räumen wir es auf wie eines.
Mit ABC- und XYZ-Analyse, Werkzeugen aus der Lagerlogistik. Erst haben ihn alle verdutzt angeguckt. Dann hat es funktioniert.
Mir gefällt das Bild, weil es ehrlich ist. Ein Ticket, das seit Monaten im Backlog liegt, ist kein Plan. Es ist Lagerbestand.
Mehr dazu im Gespräch mit Thomas:
https://no-bullshit-agile.de/nba26-im-gespraech-thomas-michl-agile-verwaltung-und-obeya.html?mtm_campaign=mastodon
Toyota’s material and information flow logic is a masterclass in seeing the system. This piece explores how AI-powered "Digital Brains" now reveal the invisible bottlenecks that workshops miss. Crucial for scaling Lean thinking.
Connect the dots here: https://nigelthurlow.com/ai-workflow-bottlenecks-toyota/
Eines der großen Probleme, mit denen wir alle ständig zu kämpfen haben, ist die Versuchung, andere zu „bewerten”. Wir interpretieren ständig mögliche Motivlagen, Gründe und Ursachen, wobei wir uns meist auf extrem dünne Informationen stützen. Dabei laufen wir, wie Dan Rockwell es beschreibt, Gefahr, es auf uns oder andere Personen zu beziehen. Das ist keine gute Idee, weil wir so sehr schnell zu Trugschlüssen gelangen können. Dan Rockwells Idee ist es, dem entgegenzuwirken, indem man die offenkundigen Stärken der Person als „Linse“ nutzt und die Interpretationsspielräume auf diese Art und Weise einschränkt. Ob es funktioniert, muss ich erst einmal ausprobieren.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/21/judgment-based-on-fabrications/
Ich ziehe den Hut vor Menschen, die selbst unter großer Unsicherheit klare Haltung zeigen. Nicht im Form von Sturrheit, sondern bewusst und reflektiert. Sie nehmen eine klare Position ein, vertreten diese – sind gleichzeitig offen genug diese zu hinterfragen und an neue Erkenntnisse anzupassen. Unter Unsicherheit erlebt man leider oft zwei Extreme: Starres beharren ohne Anpassung an neue Erkenntisse oder eben extrem Unsicherheit, die dazu führt, dass gar keine Entscheidungen getroffen werden. Beides nicht wirklich ideal. Aber genau diese Extreme lassen sich oft bebachten. Wer klare eine Hypothese vertritt, sie auf Basis neuer Erkenntisse anpasst und seine Entscheidungen ggf. ehrlich korrigiert agiert in diesem Sinne adaptiv. Eigentlich nichts weltbewegendes und doch immer wieder ein Thema. Dan Rockwell überträgt das in seinem Beitrag hier auf unser Verhalten als Individuum, was dem manchen vielleicht sogar aus dem Kontext von agilen Methoden bekannt vor kommen mag.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/22/adaptive-confidence
In der aktuellen Podcast-Folge spricht Ivan Blatter über „Nicht-Ziele” als Zeitmanagement-Strategie, die dabei hilft, das „Schiff nicht zu überladen”. Es gibt immer wieder viele Ideen, Ansätze und Initiativen, die spannend und verfolgenswert sind, die wir im Augenblick aber nicht leisten können oder bei denen wir im Augenblick nicht absehen können, ob wir diese tatsächlich leisten können. Genau hier greift das Nicht-Ziel als reflektierte Entscheidung darüber, was in den nächsten Monaten nicht stattfinden soll. Damit schließen wir nicht aus, diese Dinge später aufzugreifen. Die Idee ist spannend. Ich muss sagen, dass ich bisher nicht mit Nicht-Zielen gearbeitet habe. Dabei habe ich in anderen Kontexten bereits gute Erfahrungen mit der negativen Abgrenzung, also der Frage, was wir nicht tun wollen, gesammelt.
https://share.transistor.fm/s/02aa2674
Einen sehr spannenden Beitrag hat mir Houssam Hamade zugeschickt. Es geht um eine Gesprächstechnik. Das Zwiegespräch. Das Sprechen über Gleichzeitigkeiten. Allein schon sich bewusst zu machen, dass Mensch „gleichzeitig“ zwei vermeintlich konträre Positionen einnehmen kann. Dieses sich bewussst machen, führt dazu, dass wir hoffentlich offenen miteinander in Dialog treten. Polarlisieren, dass wir doch alle so oft wahrnehmen und als störend empfinden, lässt sich dadurch aufbrechen, vorausgesetzt dass die jeweilgen Dialogpartner auch offen und bereit dazu sind, sich auch das Zwiegespräch einzulassen, weil dabei durch die Gleichzeitigkeiten bewusst wird, dass man sich in vielen Dingen doch näher steht als man denkt.
https://houssamhamade.net/2026/07/31/der-trick-mit-den-gleichzeitigkeiten/
Im Lean-Kontext bedeutet Poka Yoke, Fehler gar nicht erst entstehen zu lassen, indem Prozesse und Abläufe so gestaltet werden, dass Fehler gar nicht erst entstehen können. Das ist per se eine gute Idee, die aber im Extremfall einen Haken hat, auf den Götz Müller hinweist. Nämlich dann, wenn der Mensch zur Störgröße wird und zum reinen Bediener, der am Ende gar nicht mehr versteht, was da gerade passiert. Ein Schelm, wer dabei nicht sofort an die KI-Debatte denkt. Pardon, ich kann nicht anders.
https://www.geemco.de/artikel/wenn-poka-yoke-menschen-ersetzt/
Bei der Podcastfolge von Marc Löffler zum Thema „Impact” musste ich an die 14 Prinzipien des „Toyota Weges” nach Liker denken. Das Buch dazu ist mir vor Kurzem wieder in die Hände gefallen, als ich in meinem Buchregal gestöbert habe. Erstaunlich, was man so alles im Laufe der Jahre zusammenträgt. Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zum Podcast von Marc Löffler. Es geht um Wirksamkeit. Wirksamkeit, die wir als Organisation erzielen. Er fasst fünf Dinge zusammen, die seiner Meinung nach echten Impact erzeugen, und erklärt, wie man diese in der eigenen Organisation erkennen kann. Ich bin persönlich der Meinung, dass sich alle fünf von Marc benannten Punkte tatsächlich in den bereits erwähnten 14 Prinzipien des Toyota-Weges wiederfinden, die vor über 20 Jahren definiert wurden. Spannend. Allerdings bin ich der Meinung, dass Liker sogar noch ein paar weitere Dinge im Blick hat, die nicht minder wichtig sind.
https://passionateteams.com/e/funf-dinge-die-unternehmen-mit-echtem-impact-ausmachen
Woran scheitern viele Scrum-Implementierungen? Ralph Jocham bietet mit seiner Unterscheidung nach „Protokoll” und „Agenda” eine gute Erklärung hierfür. Oft wird das Scrum-Protokoll implementiert, während die „Agenda” nahezu komplett vernachlässigt wird. Mit anderen Worten: Es steht Scrum drauf, weil es Sprints, Retrospektiven, Reviews usw. gibt, aber die Idee, Mehrwert zu erzeugen, also echte Ergebnisse, die tatsächlich auch kritisch überprüft werden, findet nicht wirklich statt. Das empirische Prüfen der Hypothese jedes Sprints findet nicht statt. Damit gibt es auch kein organisationelles Lernen. Weshalb ist das so? Der Scrum-Leitfaden ist relativ leichtgewichtig und das Protokoll lässt sich leicht kopieren. Die Idee dahinter jedoch nicht. Und genau da liegt ein Missverständnis, dass leider zu oft auftritt: Protokoll und Agenda kann man nicht trennen.
https://www.scrum.org/resources/blog/scrums-protocol-easy-copy-its-agenda-not
Ich durfte Olaf Hinz vor vielen Jahren kennen und schätzen lernen. Schade, dass es das PMCamp Dornbirn nicht mehr gibt. Dort habe ich viele spannende Menschen wie Olaf Hinz persönlich getroffen und so manche Erkenntnis im Austausch mitgenommen. Olaf ist einer der ersten Menschen, die mir zum Thema Change Management einfallen. Daher war ich natürlich neugierig, was er im Interview mit Bernd Geropp über das Scheitern von Transformationsprojekten erzählt. Für mich immer wieder ein interessantes Thema. Spannend ist, dass wir immer wieder die gleichen Themen wälzen. Change Management oder Transformationen sind eben nicht zweckrational, sondern hoch komplex und damit immer wieder herausfordernd.
https://www.mehr-fuehren.de/warum-transformationen-scheitern/
Jede Entscheidung hat Konsequenzen. In irgendeiner Form. Die Frage ist, wer die Konsequenzen in der Organisation spürt. Diejenigen, die sie getroffen haben, oder jemand anderes? Und darin liegt die Krux. Wenn die Konsequenzen nicht dort spürbar sind, wo die Entscheidung getroffen wurde, funktioniert die Rückkopplungsschleife nicht. Das klingt trivial, ist aber ein Kernproblem in fast jeder Organisation, die ich kenne. Wenn Entscheidungen nicht spürbar werden – und zwar bei den Personen, die sie treffen –, unterbleibt das „Adaptieren und Anpassen“ im Sinne des Lernens, wie man die Dinge besser macht. Das lässt sich auch an einem anderen Beispiel gut zeigen. Wenn wir einen Standard definieren, diesen aber beständig ignorieren und das Abweichen vom Standard nicht reflektieren, wird der Standard niemals weiterentwickelt. Es hat ja keine Konsequenzen. Daniel Dubbel reflektiert das Thema etwas ausführlicher als ich es hier tue und kommt zu dem Schluss, dass eine Entscheidung, die keine spürbaren Folgen hat, den ersten Test nicht bestanden hat.
https://www.lean-agility.de/2026/09/einbetonieren-von-veranderungen.html
Jede Entscheidung hat Konsquenzen. In irgendeiner Form. Die Frage ist, wer spürt die Konsquenzen in der Organisation? Diejenigen, die sie getroffen haben oder jemand anders. Und da liegt die die Krux. Wenn die Konsequenzen, nicht dort spürbar sind, wo die Entscheidung getroffen wurde, funktioniert die Rückkopplungsschleife nicht wirklich. Klingt trivial, ist aber ein Kernproblem in fast jeder Organisation, die ich kenne und erlebt habe. Wenn Entscheidungen nicht spürbar werden und zwar bei den Personen, die sie treffen, unterbleibt das „adaptieren und anpassen“ im Sinne eines Lernens, wie man die Dinge besser macht. Das lässt sich auch an einem anderen Beispiel gut zeigen. Wenn wir einen Standard definieren, diesen Standard beständig ignorieren, aber das Reflektieren des Abweichens vom Standard unterbleibt, wird der Standard niemals weiterentwickelt. Es hat ja keine Konsquenzen. Daniel Dubbel reflektiert das Thema etwas ausführlicher als ich hier und stellt fest, wenn eine Entscheidung keine spürbaren Folgen hat (also Konsequenzen nach sich zieht), hat sie den den ersten Test schon nicht bestanden.
https://www.inspectandadapt.de/das-muss-konsequenzen-haben/
#Agile #Leadership #Lean #Management #ProduktivitätPhoto by Pixabay on Pexels.com
Ein Credo von mir: Wer Agile wirklich verstehen will, sollte sich mit Lean intensiver beschäftigen. Da steckt unglaublich viel drin, was das Verständnis von Agile vertieft und erweitert.
Nehmen wir die Null-Fehler-Politik in der Produktion – ohne sie läuft Kanban nicht rund. Ein defektes Teil? Das wandert nicht weiter. Übertragen auf agile Teams – egal ob Scrum oder Kanban – wird klar, wie wichtig die Definition of Done (DoD) ist. Sie sorgt dafür, dass die Arbeit reibungslos durch den Workflow fließt. An den Übergabepunkten kann nahtlos weitergearbeitet werden – weil alles Notwendige erledigt ist und alle Infos vorliegen.
Prozesse von rechts nach links betrachten – also vom Ergebnis aus – macht extrem Sinn. So sieht man, wo und wie Übergänge zwischen den Schritten reibungsfrei, einfach und effektiv klappen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vermeidung von Muda – also nicht-wertschöpfender Arbeit. Im Toyota-Production-System geht es nicht darum, dass einzelne Teile des Systems möglichst kosteneffizient arbeiten, sondern das Gesamtsystem im Blick zu haben. Im Fokus steht, was echten Mehrwert für das Ergebnis liefert. Alles, was nicht dazu beiträgt, versucht man zu vermeiden.
Lean bedeutet hier nicht, dass es keinerlei Reserven gibt, sondern dass Prozesse und Abläufe schlank, aber robust sind. Gesund gestaltet heißt: Alles, was nicht zum Ergebnis beiträgt, wird reduziert – ohne die Fähigkeit zu verlieren, sich anzupassen oder zu verbessern. Noch genug Spielraum für Kaizen– die beständige, evolutionäre Verbesserung – bleibt, und auf Unvorhergesehenes kann reagiert werden.
Ich glaube, dass viele Menschen – zumindest im beruflichen Kontext – den Fehler machen, zu versuchen, Aufgaben zu verwalten. Aufgaben befinden sich auf der operativen Ebene. Sie befinden sich in einem permanenten Fluss. Da wird es schwer, strategisch zu organisieren. Der Begriff „Projekte”, den David Allen über GTD für die übergeordneten Themen verwendet, ist manchmal missverständlich. Zumindest kommt es mir so vor. Jan Fischbach spricht in diesem Kontext immer gerne von „Vorgängen”. Das ist an sich gar nicht schlecht, allerdings zucken viele innerlich zusammen, weil es sich für sie nach „preußischer Verwaltung” anhört (sie war oder ist übrigens besser als ihr Ruf). Losgelöst vom Begriff ist die Grundidee nach wie vor richtig und funktioniert in vielen Kontexten, in denen ich unterwegs bin, sehr gut. Und zwar vom Informations- bis zum Wissensmanagement. Das Ganze lässt sich übrigens auch sehr gut mit Kanban (und dem eher unbekannten Kamishibai) abbilden. Zusammen mit einem Obeya kann es als Gesamtsystem wunderbar visualisiert werden – im Sinne des von Jan Fischbach thematisierten Leitstands – und so in der „Dokumentenablage“ gespiegelt werden. Wichtig ist, das System möglichst einfach zu halten. Es sollten nur wenige Kategorien und eine einfache, flache Struktur verwendet werden. Sonst wird es wieder unübersichtlich. Dann funktioniert es nicht für uns als Individuum, sondern sehr gut im Team und in einer größeren Organisation.
https://www.teamworkblog.de/2026/09/viele-vorgange-und-projekte-mit-einem.html
Noch habe ich es selbst noch nicht ausprobieren können, da die anstehende Version 1.14 für Obsidian noch nicht ausgerollt ist. Dennoch, der Artikel von Thomas Mathoi macht mich neugierig. Mein Personal Kanban habe ich zwischenzeitlich in Personal Kanban integriert und mein Personal Obeya soll in Kürze folgen. Geplant ist mit der Version 1.14 Kanbanboards auch ohne Plugins in Obeya zu ermöglichen. Das hat Charme und erleichtert sicherlich den Einstieg für Obsidian-Nutzer in die Visualisierung von Workflows im Sinne eines Kanbanboards. Ich bin gespannt, wie gut es funktioniert, auch wenn meine Erwartungshaltung an die Flexbilität der Visualisierung nicht sonderlich hoch ist. Da kommen aber auch alle üblichen Verdächtigen nicht wirklich an ein haptisches Board an der Wand oder ein digitales Whiteboard heran. Liegt in der Natur der Technik.
https://www.mathoi.at/2026/09/16/kanban-mit-obsidian-bases/
Ich finde den Artikel von Pascal Dennis insofern spannend, als er zeigt, wie sehr wir die Wirkung von Kaizen als kontinuierliches Streben zum Besseren im evolutionären Sinne unterschätzen. Wir feiern die „disruptiven Helden” der Innovation, die (vermeintlich) etwas Neues schaffen, wie Superhelden. Aber was ist mit der evolutionären Verbesserung? Die kleinen Minischritte mit ihren kaum merklichen Veränderungen sind mindestens genauso wichtig wie die vermeintlich supertollen neuen Ideen, die meist gar nicht so neu sind, sondern oft auf bestehenden Ideen basieren. Nur am Rande bemerkt: Diese feiern zufällig erst jetzt ihren öffentlichkeitswirksamen Durchbruch.
https://blog.leansystems.org/2026/09/kaizen-abracadabra-innovation.html
Mir ist über die Lean Knowledge Base eine gelungene Erinnerung daran ins Blickfeld gerückt, dass wir Reifegradmodelle nicht zu sehr überbewerten sollten. Das Besondere daran ist, dass das Reifegradmodell nicht grundsätzlich verteufelt wird, sondern unser Umgang mit ihm im Fokus steht. Zur Erinnerung: Es sind Modelle. Sie stellen eine Referenz dar, die uns dabei hilft, etwas einzuordnen und zu erkennen. Sie sind niemals allein aussagefähig. Es braucht auch immer den Kontext. Ein Reifegradmodell hilft, Widersprüche und mögliche Handlungsfelder zu erkennen – nicht, sie zu verursachen. Gute Reifegradmodelle helfen uns, bessere Fragen zu stellen. Sie sind aber nie Selbstzweck. Es geht nicht darum, um jeden Preis den nächsten Reifegrad zu erreichen (selbst wenn er nicht zum Kontext passt), sondern herauszufinden, wo mögliche Potenziale liegen, die gehoben werden könnten.
https://leanbase.de/publishing/post/warum-reifegradmodelle-organisationen-in-die-irre
Persönlich habe ich reflektierte Routinen sehr zu schätzen gelernt. Dass ich das Wort „reflektiert” davorsetze, hat einen guten Grund, wie man sich denken kann. Routinen sind reproduzierbare, bewährte Praktiken im Sinne einer Gewohnheit. Im Lean-Kontext spricht man gerne von Kata. Sie haben einen Zweck und Grund. Aber der Zweck und Grund kann sich im Laufe der Zeit verändern, sodass eine perfekt ausgeführte Routine dennoch „Quatsch” sein kann. Es ist ein leeres Ritual ohne Lerneffekt. Da muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass eine Routine – wie jeder andere Standard auch – nichts anderes als eine Arbeitshypothese ist, die so lange gilt, bis sie durch eine bessere abgelöst wird. Ganz abgesehen davon soll eine Routine uns beim Lernen unterstützen. Wird sie zum Selbstzweck, dann wird sie zum stumpfen Schwert ohne Mehrwert. Gerade deshalb ist es wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, weshalb es die Routine gibt. Dann macht die Routine im Sinne einer Kata auch Sinn. In diesem Sinne bin ich voll und ganz bei Götz Müller. Eine perfekte Choreografie, die den Zweck jedoch ausklammert, ist keine Kata im Sinne von Lean.
https://www.geemco.de/artikel/wenn-kata-zur-choreografie-wird
Michael Schenkel fragt: „Muss Moderation neutral sein?” Ich formuliere die Frage um: Kann sie überhaupt neutral sein? Unter uns gesagt, kann niemand vollkommen neutral sein. Der Unterschied besteht darin, sich dessen bewusst zu sein. Besser ist es, sich zu fragen, welche Aufgaben die eigene Rolle als Facilitator hat, wie man diese Rolle im jeweiligen Kontext am besten ausfüllt und was dies jeweils bedeutet. Denn ich habe immer auch einen Auftrag, der mich zwingt, in dieser Rolle Entscheidungen zu treffen. Damit bin ich wieder beim Artikel von Michael Schenkel, der das sehr gut herausarbeitet. Das Ganze erinnert mich irgendwie an die hohe Kunst der Gastgeberschaft, bei der ich als „Gastgeber” immer wieder verschiedene „Rollen” und „Positionen” einnehme, um den Raum und den Rahmen zu schaffen, der Austausch ermöglicht. Und das ist die eigentliche Kunst. Ein spannendes Thema.
https://t2informatik.de/blog/wie-neutral-muss-moderation-wirklich-sein/
Ein Klassiker. Scrum führt zu mehr Besprechungen. Wirklich? Ja, wenn man es zusätzlich zu bestehenden Besprechungsrunden einführt. Drehen wir doch mal den Spieß um! Was wäre, wenn alles, was wir mühsam in vielen anderen Besprechungen erarbeiten, in effektiv geführten Scrum-Meetings stattfinden würde? Viele Besprechungen wären überflüssig. Kein Scherz. Ich habe das so oft erlebt. Und das gilt sogar dann, wenn die Stimmung ursprünglich gegen Scrum war. Das Problem sind nicht die Scrum-Meetings. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie Kommunikation und Austausch gelebt werden, die sich immer wieder als Problem herausgestellt hat. Zu viele Besprechungen sind zu wenig ergebnisfokussiert und zu sehr mit „Selbstdarstellung” gefüllt. Wenn wir den Fokus bei Besprechungen auf das Ergebnis und die Zusammenarbeit richten, werden eben diese oft viel gescholtenen endlosen Runden schlagartig zielführender. Das ist eine spannende Erfahrung, die ich immer wieder mache. Ralph Jocham stößt in ein ähnliches Horn.
Chee-Hong Hsia trifft einen Nerv. Gute Scrum Master (und vergleichbare Facilitator-Rollen) haben zwar den Anspruch, Menschen zu befähigen, ihre Probleme selbst zu lösen – eine Idee, die übrigens aus dem Lean-Kontext stammt –, aber sie machen sich damit nicht obsolet. Sie schaffen den Rahmen und den Raum, sodass sie sich bei vielen Dingen zurücknehmen können und Teams eigenverantwortlich agieren können. Damit werden sie nicht überflüssig, sondern verschieben ihren Fokus. Den „Führung” braucht es immer. Als Impulsgeber, Motivatoren und Unterstützer. So gewinnen sie den Raum, den sie brauchen, um neue Ideen und Fertigkeiten zu entwickeln. Diese tragen wiederum dazu bei, dass Teams die nächste Entwicklungsstufe erreichen können. Organisationen müssen sich beständig weiterentwickeln. Weil sich ihr Umfeld fortentwickelt. Und dafür braucht es immer wieder jemanden, der dabei begleitet, unterstützt und befähigt.
Roadmap | Kollaborativ zur Roadmap
Ich werde nicht müde, immer wieder zu betonen, dass es für Scrum Master, Agile Coaches und vergleichbare Rollen sehr wertvoll sein kann, bei Bürgerbeteiligungen und Partizipationsprozessen zu hospitieren. Denn dort lernt man viele gute Methoden kennen, die bei der Arbeit mit Gruppen im beruflichen Kontext sehr hilfreich sein können. (Kleine Info: Im Kontext des bürgerschaftlichen Engagements begann übrigens vor fast 20 Jahren meine Reise in die Agilität.) Darunter auch die Methode des Gallery Walks, die Maria Iqbal in ihrem Blogartikel beschreibt. Wir erinnern uns: Es geht um gute Zusammenarbeit. Und genau hierfür sind viele Moderationstechniken aus dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements gedacht. Im Blogartikel wird der Gallery Walk genutzt, um eine realistische IT-Roadmap zu entwickeln.
https://www.scrum.org/resources/blog/gallery-walk-it-roadmap
Wie kommt entwickelt man eigentlich eine Customer Journey Map? Diese Frage beantwortet Lars Richter aus Sicht eines Solopreneurs. Übrigens locker übertragbar auch in andere Bereiche. Die einzigen, die eventuell stolpern könnten, sind die Kollegen im Bereich der öffentlichen Hand. Gerade im hoheitlichen Bereich könnte es schwierig werden, den Kunden zu identfizieren, den der ist nun mal die Allgemeinheit. Mit etwas Transferleistung lässst sich das Ganze aber auch hier adaptieren und trägt zu einem besseren Verständnis bei, wie zum Beispiel Prozesse ausgestaltet werden sollten. Daher bin ich ein großer Freund der Customer Journey – auch über die Produktentwicklung hinaus. Der Blick von rechts nach links (also ausgehend von der Frage, was will ich für wen mit welchem Zweck erreichen) hilft tatsächlich so manchen Knoten auch bei prozessualen Fragen zu lösen. Zugegebenermaßen, man macht es viel zu selten.
https://scamper.blog/customer-journey-map/
In den letzten Tagen ist mir wieder einmal bewusst geworden, dass wir – zumindest in Deutschland – sehr gut darin sind, das Negative zu sehen und das Positive auszublenden. Dabei wissen wir, wie wichtig positive Narrative für uns sind. Als Motivator, Energiespender und Hoffnungsträger. Natürlich müssen wir auch über das Scheitern reden, aber genauso wichtig ist es, über das zu sprechen, was gut funktioniert. Und uns überrascht hat. Ich war zum Beispiel überrascht, dass Scrum im Kundenservice erfolgreich war – ich hätte hier eher eine Domäne von Kanban vermutet. Aber mal ganz ehrlich: Wenn es funktioniert, ist mir das Framework schnuppe. Gerade in der explorativen Phase eines Veränderungsprozesses kann Scrum sehr gut unterstützend wirken. Diese Erfahrung durfte ich auch schon machen. Im Regelbetrieb wurde dann stärker auf Kanban in Verbindung mit der Verbesserungskata gesetzt. Na, fällt was auf? Genau. Eine methodische Zusammenarbeit statt Gegeneinander, je nach Bedarf und Kontext. Aber zurück zur Geschichte von Felix Stein. Es gibt Hoffnung. 😉
https://www.lean-agility.de/2026/09/agile-success-stories-scrum-im-kundenservice.html
Ich lese oft über KI im Kontext des Backlog-Refinements. Alles gut. Als Hilfe eingesetzt durch aus sinnvoll. Und doch bleibt ein dickes „Aber“ übrig. Um es mit Mike Cohen auszudrücken: „Eine gut geschriebene Geschichte kann immer noch die falsche Geschichte sein.“ Und genau diese Gefahr besteht, wenn wir uns zu sehr auf die „Maschine“ verlassen. Sein Fazit ist für mich treffend: Der Mensch bestimmt, was den Mehrwert ausmacht und die Maschine hilft uns die Informationen zu „strukturieren“. Das Verstehen, was sich dahinter verbirgt, können wiederum nur die Menschen im gemeinsamen Austausch. Nicht die KI. Die Versuchung ist groß, aber Geschwindigkeit und Menge allein, liefern die Qualität und das Verständnis.
Vermutlich hört man es bei mir immer wieder heraus: Ich schätze eine Führung, die befähigt und Menschen in die Lage versetzt, Probleme und Hindernisse selbst zu lösen. Behandelt erwachsene Menschen wie erwachsene Menschen und habt Vertrauen in ihr Können. Und dann werdet ihr sehen, wie vieles plötzlich funktioniert. Leider beobachte ich oft genug das Gegenteil und bekomme das auch so zurückgespiegelt. Gefühlt sogar deutlich häufiger als früher. Und das gerade jetzt, in Krisenzeiten, in denen wir dieses Potenzial eigentlich bräuchten. Ich würde mir mehr Führung im Sinne von Dan Rockwells Beitrag wünschen, die es den Teammitgliedern ermöglicht, zu wachsen und sich zu entwickeln. Das ist meiner Meinung nach ein echter Booster.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/17/how-to-develop-mature-team-members/
Ein weiterer Impuls von Dan Rockwell hat mich positiv überrascht. Wir reden ja gerne davon, Führungskompetenz oder „Leadership“ zu entwickeln. Was wäre, wenn wir dabei viel zu groß denken? Wenn es eigentlich darum geht, einzelne Fähigkeiten zu entwickeln? Fähigkeiten, die zwar zur Führungskompetenz beitragen, aber auch für sich allein schon wertvoll sind. Konkrete Fähigkeiten. Das ist richtig, denn damit sehen wir schneller Wirksamkeit und auch schneller konkrete Ergebnisse. Kleinere Ziele, schnellere Ergebnisse, früheres Feedback. Moment, das klingt ja nach … ups … nach Agilität. Pardon, musste sein. Das ist eigentlich ein offenes Geheimnis. Nur übersehen wir es zu oft. Die Verbesserung der Kommunikation ist ein großes Thema und ich bin mir sicher, dass jeder von uns innerhalb dieses Feldes Stärken und Schwächen hat. Und es ist ein großes Feld. Lieber erst mal kleiner anfangen und es richtig umsetzen, dann steigt auch die Erfolgschance.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/16/stop-developing-your-leadership/
Olaf Hinz widmet sich dem Thema Reorganisation. Ein großes Wort dafür, dass sich jede Organisation eigentlich beständig neu erfinden muss, um sich an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen. Wo ich ihm voll zustimme, ist, dass eine gelungene Reorganisation ein Motivationstreiber auf allen Ebenen ist. Das durfte ich selbst schon mehrfach erleben. Mein persönlicher Favorit als Meta-Modell ist die Verbesserungskata, da sie dabei hilft, den Prozess mit Rhythmus, Ziel, Zwischenzielen, Feedbackzyklen und klarem Wirkungsfokus klarer zu machen. Das passt auch ganz gut zu seinen fünf Fragen. Aus meiner Beobachtung ist es wichtig, dass die Antworten auf diese fünf Fragen transparent gemacht werden und immer wieder Teil des Prozesses sind.
https://www.hinz-wirkt.de/lotsenblog/artikel/6842-wenn-reorganisation-gelingt-ist-sie-ein-motivator/
Mit Humor lässt sich auch manches Kritische sagen. In der aktuellen Folge des Agentursatire-Blogs von Buddy Müller schwingen mehr als eindeutig kritische Untertöne in Richtung Führung mit. Meister Konfus war bei der Lektüre sehr erfreut. Phrasendrescherei in der Führung statt Klarheit und Transparenz? Ja, was will man mehr? Mit Blick auf Veränderungen und Reorganisationen ist es genau das, was wir brauchen, damit Veränderungen nicht positiv wirken können. Ganz im Sinne von Meister Konfus gilt es, die Mitarbeiter zu verwirren, Klarheit zu vermeiden und am besten keinerlei Richtung aufzuzeigen.
https://agentursatire.blog/2026/09/18/folge53-fkk/
Vielleicht ein paar Worte zu dieser Rubrik (Politik und Gesellschaft), weil mir der eine oder andere zurückspiegelt hat, dass die Themen dieser Rubrik nicht wirklich zum Rest der Links der Woche passen. Nun, ich bin da gänzlich anderer Meinung. Politik und Gesellschaft – das ist das Meta-System, in dem wir uns bewegen. Dieses Meta-System geht uns alle an. Es spielt direkt in unseren Alltag hinein, privat und beruflich. Für dieses Meta-System tragen wir alle, jeder einzelne von uns, Verantwortung. Und genau deshalb habe ich diese Rubrik auch in die Links der Woche aufgenommen. Man sehe es mir nach, aber es geht uns alle an, was in unserer Gesellschaft passiert. Wir können nicht neutral sein und bleiben. Man sehe mir daher bitte nach, wenn ich diese Rubrik weiterhin als Teil meiner Links der Woche sehe.
Für mich ist Erinnerungskultur gelebte Verantwortung im Sinne von „Prophylaxe“. Echte Verantwortung bedeutet, dass man sich auf die Spurensuch begibt. Nicht weil man der Schuldige ist, sondern weil man danach strebt die Dinge besser zu machen und für die Zukunft lernt, um Fehler in Zukunft zu vermeiden. Daher sind mir Gedenkstätten und ihr Arbeit extrem wichtig. Übrigens, es gibt nicht nur Gedenkstätten, die den Opfern von Autokratie und Diktatur gedenken, sondern die auch vergessene Demokratiegeschichte wieder lebendig machen. Ein positive Narrativ erzählen. Diese sind gewissen Kreisen ebenso ein Dorn im Auge, wie die Erinnerungsorte für Opfer von Diktatur und Krieg. Und hier sind wir alle gefragt. Hier. Jetzt. Heute. Und gerade deshalb ist ein Angriff auf unsere Denkmäler und Ort der Erinnerung immer auch ein Angriff auf unsere Gesellschaft. Wir haben es in der Hand.
https://www.demokratiegeschichten.de/offene-denkmaeler-offene-gesellschaft/
Ich mache keinen Hehl daraus. Eine Partei, die so offen rechtsextremistische Thesen verbreitet wie die „Alternative für Deutschland“, gehört verboten. Eine Demokratie darf keine Toleranz gegenüber Intoleranz zeigen, die darauf abzielt, jegliche Toleranz und Freiheit abzuschaffen. Nun könnte man einwenden, dass ein Verbot nicht dazu führt, dass die Wähler verschwinden. Der Volksverpetzer zeigt meines Erachtens sehr genau auf, dass dieses Argument nicht greift. Die „Nicht-Alternative“ erzeugt ihre „Zielgruppe“ selbst. Sie schafft es geschickt, das Narrativ zu bestimmen, für das es in weiten Teilen nicht einmal empirische Belege gibt. Ganz im Gegenteil. Und genau diesen Prozess gilt es zu unterbrechen. Dann haben wir die Möglichkeit, ein Gegennarrativ zu setzen, denn es gibt durchaus Anknüpfungspunkte.
https://volksverpetzer.de/analyse/afd-verbot-waehler-verschwinden/
#Agile #Gesellschaft #Leadership #Lean #Management #Politik #Produktivität@michael_muench thats really cool, i am in. i guess with a session about some results of using #columinity @index
and looking forward to attend with the @haufegroup crew (again)
cc
@agile @micheal @karen @barryovereem @christiaanverwijs @derchristian
#agile #scrum #lean
Organisational Dysfunction of the Day
The efficiency drive
Context: The organisation is restructuring. Agile transformation, flatter structure, fewer layers. It makes sense on paper. A list of roles is drawn up for redundancy. Visibility and measurable output are the criteria, and they sound reasonable enough. A senior developer goes. So does a project coordinator, and a tech lead who spent half their time helping others out. The people who remain are productive, focused, and clearly valuable. Six months later, things that used to happen automatically have stopped happening. Onboarding takes twice as long, and cross-team coordination stalls. Institutional knowledge that nobody knew existed turns out to have lived in three people who are no longer there. The efficiency drive was a success. The organisation is measurably less capable.
OST explains: In a DP1 structure, value is measured by visible, individual output. The redundancy of parts logic demands replaceable, countable contributions, things like tickets closed or hours billed. The work that holds organisations together, such as knowledge transfer, informal coordination, translation between teams, and the memory of why things are the way they are, is structurally invisible in this measurement regime. Glue workers, as the industry has come to call them, do not fit neatly into DP1 accountability frameworks precisely because their contribution is to the whole, not to a part. When downsizing criteria are applied, they are systematically exposed. The formal structure survives the cut. The working structure, the informal network that made the formal one function, does not. Parkinson observed that bureaucracies protect themselves by multiplying subordinates. The corollary is less discussed: when they cut, they cut the connective tissue first, because connective tissue has no job title.
#OpenSystemsTheory #SocioTechnical #OrgDesign #lean
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The series has become a book, available now on Leanpub.
https://www.organisationaldysfunctions.com
Ich nutze die „chaotische” Ablage teilweise, indem ich Verstichwortung verwende. Unter anderem in meinem E-Mail-Postfach, aber auch in Obsidian. Allerdings nicht nur, denn ich habe auch eine sehr schlanke Ordnerstruktur. Sie ist an meine aktuellen Bedürfnisse angepasst. Diese Erkenntnis teile ich offenbar auch mit Thomas Mathoi, der sich mit Obsidian deutlich besser auskennt und es auch deutlich effektiver zu nutzen scheint als ich. Dass er die Allgemeinheit an seinen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben lässt, finde ich super. Regelmäßig bekomme ich von ihm Anregungen zur Verbesserung meines eigenen Systems. Sein aktueller Erfahrungsbericht gibt mir erneut einen Impuls, meine Ablage (nicht nur in Obsidian) insgesamt zu überdenken.
https://www.mathoi.at/2026/09/09/ordner-in-obsidian-ganz-ohne-gehts-doch-nicht/
Wir haben nicht zu wenig Zeit, sondern wir nehmen uns keine Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind. Ich weiß nicht mehr, wo ich diesen Satz aufgeschnappt habe. Aber er trifft den Nagel auf den Kopf. Es ist eine Frage, was uns wichtig ist. Gut, ich lerne gerade, dass es manchen Menschen tatsächlich schwerfällt, Prioritäten zu setzen, weil der zugehörige Filter irgendwie anders funktioniert (ADHS-Betroffene werden verstehen, was ich meine), aber im Grundsatz ist es so. Was wir vermutlich – zum überwiegenden Teil – oft viel zu wenig tun, ist, uns die Frage zu stellen, was für uns wirklich wichtig ist. Denn Zeit hat man nicht – man nimmt sie sich. Und manchmal brauchen wir eine Erinnerung daran. Eine solche Erinnerung hat mir Anna Koschinski in meinen RSS-Reader gespült. Vielen Dank dafür.
https://anna-livia.de/keine-zeit/
Routinen werden – zumindest aus meiner Sicht – zu wenig wertgeschätzt. Ich bin ein Mensch, den Routinearbeit sehr schnell langweilt und nervt. Und doch habe ich Routinen zu schätzen gelernt. Als Entschleuniger, als Erinnerung, inne zu halten und zu reflektieren, als „Gewohnheit“, die mich dazu bringt, Dinge besser zu machen. Genau da setzt der Blogartikel von Dan Rockwell ein Stück weit an. Er hebt die Bedeutung gesunder Routinen hervor, die wir viel zu sehr unterschätzen. Das deckt sich mit meiner eigenen Erkenntnis. In den letzten Wochen habe ich begonnen, mir ein paar neue Routinen anzugewöhnen, weil sie mir guttun. Man sollte sie nicht unterschätzen.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/10/a-routine-that-changes-everything/
Ivan Blatter hat erneut eine für mich sehr spannende Podcastfolge veröffentlicht. Er überträgt das Hebelprinzip ins Selbstmanagement. Eine sehr passende Metapher, die er gekonnt auf den Arbeitsalltag und das Zeitmanagement überträgt. Die zentrale Frage lautet: Was ist der Hebel und wo ist der Ansatzpunkt, der uns am ehesten voranbringt? Die Hebelfrage lautet: Was macht alles andere einfacher oder sogar überflüssig? Im Podcast geht er darauf tiefer ein. Ich bin gespannt, wie gut es mir gelingt, die Idee in meine Arbeitsabläufe zu integrieren. 😉
https://share.transistor.fm/s/6fefc937
Der A3-Report ist ein hervorragendes Werkzeug, um Verbesserungen zu ermitteln. Wie immer kommt es allerdings darauf an, wie man das Werkzeug nutzt. Ich sehe im A3-Report-Format eine Visualisierungshilfe, die das Nachdenken unterstützt, und nutze es entsprechend, wenn es zum Einsatz kommt. Dass dies jedoch nicht unbedingt der Fall ist und vermutlich oft nicht der Fall ist, verdeutlicht mir der Beitrag von Götz Müller. Er zeigt genau auf, was schiefgehen kann, wenn das A3-Format nicht als Werkzeug zum Denken genutzt wird, sondern zu bloßem Formalismus verkümmert.
https://www.geemco.de/artikel/a3-ohne-denken/
Gegenwärtig vertreten immer mehr agile Vordenker die Meinung, dass der Einsatz von KI die bisherigen Rahmenwerke und die damit verbundenen Rollen überflüssig macht. Abgesehen davon, dass ich diese Meinung nicht teile, stimme ich Marc Löffler im Kern zu, dass die agilen Grundlagen bestehen bleiben. Unabhängig vom rasanten technischen Wandel, der sicherlich manches beschleunigt und vereinfacht, aber eben auch an anderer Stelle zu ganz neuen Herausforderungen führt, die exploratives, reflektiertes und vermutlich auch bewusst entschleunigtes Arbeiten notwendig machen werden. Wie Marc sehe ich keine Methodenkrise. Methoden wurden und werden immer noch zu Wunderwaffen verklärt, die sie nie waren und nie sein werden.
https://passionateteams.com/e/back-to-basics-%e2%80%94-was-bleibt-und-was-jetzt-kommt
Wie ich bereits erwähnt habe, bin ich nicht der Auffassung, dass die Rahmenwerke und Methoden wie Scrum oder Kanban obsolet werden. Gerade wenn wir tatsächlich mit KI mehr Arbeit erledigen können, besteht die Gefahr, dass wir mehr nicht wertschöpfende Arbeit produzieren. Wie Maria Iqbal richtig erkennt, können wir zwar manche Dinge schneller erledigen, überlasten aber an anderer Stelle unsere Prozesse, indem wir die Menge der parallelen Arbeit erhöhen. Es ist großartig, wie aktuell die Idee von Kanban immer noch ist. Durch den Einsatz von KI verschiebt sich der Engpass ggf. an eine andere Stelle, sodass wir entsprechend reagieren müssen.
https://www.scrum.org/resources/blog/ai-changed-bottleneck-your-wip-limits-should-change-it
Hm, das von Steven Deneir angesprochene Problem ist mit Sicherheit kein typisch „agiles” Problem. Der Status „melonengrün” (außen grün, innen …) ist ein Indiz für ein strukturelles Problem. „Keine Probleme zu haben, ist das größte Problem von allen”, sagte schon Taiichi Ohno. Er war einer der Väter der Toyota Production Systems. Probleme und Hindernisse müssen beim Namen genannt werden, damit man sie lösen kann. Außerdem enthalten sie immer auch die Lösung des Problems und damit die Möglichkeit zur Verbesserung und Innovation, die ungenutzt bleibt. Ganz zu schweigen von der Unmenge an nicht wertschöpfender Arbeit, die damit verbunden ist.
https://www.scrum.org/resources/blog/reality-doesnt-need-your-permission-escalate
Ich bin auf einen Blogartikel von Ralph Jocham aufmerksam geworden, der mich nachdenklich stimmt. In den agilen Prinzipien heißt es: „Einfachheit ist essenziell und damit die Kunst, die Menge der nicht erledigten Arbeit zu maximieren.” Irgendwie haben wir das Lean-Prinzip im Kontext agiler Ansätze nicht gut genug vermittelt. Zumindest wird mir das beim Lesen seines Blogartikels klar. Da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen. Wir investieren extrem viel Zeit in die Priorisierung und das Refinement von PBIs. Aber ganz selten stellt jemand die Frage, ob etwas auch zum Ergebnis beiträgt und, wenn nicht, ob wir es nicht einfach „löschen” sollten. Genau das ist etwas, das ich durch die Beschäftigung mit dem Toyota Production System zu schätzen gelernt habe. Was trägt wirklich zum Ergebnis bei und was nicht? Das Weglassen dessen, was nicht zum Ergebnis beiträgt, und das Beibehalten dessen, von dem wir sagen können, dass es uns weiterbringt. Übertragen wir das Ganze auf unsere Backlogs, spüren wir einen echten Effekt, denn Priorisierung ist am Ende ein Nullsummenspiel, das Entfernen nicht-wertschöpfender Arbeit jedoch nicht. Es bringt uns weiter.
https://www.scrum.org/resources/blog/reordering-your-backlog-zero-sum-deleting-it-not
Ich persönlich messe Rollentiteln nicht allzu viel Bedeutung bei. Wichtiger ist, wie sie mit Inhalt befüllt werden. Das wird in der Tat auch immer wichtiger, weil die Rolle des Product Owners, die lange mit Scrum assoziiert wurde, sich inzwischen so stark verbreitet hat, dass man nicht mehr davon ausgehen kann und muss, dass sich dahinter auch ein PO im Sinne von Scrum verbirgt. Das kann mit Blick auf das Erwartungsmanagement aller Beteiligten schnell zur Herausforderung werden, wie ich immer wieder feststellen muss. Daher finde ich den Podcast der Produktwerker zum Thema „Product Owner ohne Scrum – Widerspruch oder inzwischen oft Alltag?” sehr interessant. Er spricht ein Thema an, das sich in der Praxis deutlich wiederfindet.
https://produktwerker.de/product-owner-ohne-scrum-widerspruch-oder-inzwischen-oft-alltag/
Ich bin zwar ein großer Freund von Konzepten wie der psychologischen Sicherheit. Ich lege sehr viel Wert auf Transparenz und Authenzität. Und doch wird es mir langsam zu viel es Guten. Den wie so oft, macht das richtige Maß den entscheidenden Faktor aus. Daher hat mich der Blogartikel von Ralf Lanwehr und Elena Grobbel direkt angesprochen. Führung soll Richtung gebe, Führung soll Klarheit schaffen und Klarheit soll Sicherheit vermitteln. Gleichzeitig braucht es Transparenz, Authenzität und Verbundenheit. Beides muss im Gleichgewicht sein, damit es Wirkung zeigt. Genau das ist es, was die beiden Autoren mit verdaulicher Transparenz überschrieben haben. Diese Balance. Die Überbewertung eines Aspektes ohne sein Gegengewicht, führt funktioniert nicht. Und genau dies ist, auf was es ankommt.
https://t2informatik.de/blog/verdauliche-transparenz/
Langsamkeit ist etwas positives? Ja, ist es. Und wir bräuchten mehr davon. Klar, ich lese ständig, dass die KI alles noch schneller macht. Noch mehr in weniger Zeit ermöglicht. Ist das aber immer erstrebenswert? Ich finde nicht. Zeit für Reflexion, Zeit um Wachsen, Zeit um etwas zu verstehen, Zeit um etwas zu durchdenken ist unglaublich wichtig. Und das gilt auch für das Thema Führung. Gute Führung befähigt, sie bevormundet nicht. Gute Führung, ist entschleunigt und schafft Raum für Reflexion und Wachstum. Und genau darum geht es auch im folgenden Beitrag von Dan Rockwell:
https://leadershipfreak.blog/2026/09/07/the-go-slow-leader/
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich von der sogenannten „Alternative für Deutschland” nichts halte und sie sogar als autokratischen Sauhaufen ablehne. Es ärgert mich kolossal, dass sich eine Partei, die die Werte des Grundgesetzes derart mit Füßen tritt, ausgerechnet mit den Farben des Grundgesetzes, der Frankfurter Paulskirche und der Verfassung der Weimarer Republik schmückt. Nein, sie haben nicht das Recht, diese Farben zu tragen. Ganz im Gegenteil. Denn sie vertreten Werte, die genau die Werte, für die diese Farben stehen, beleidigen und in Abrede stellen. Schwarz-Rot-Gold gehören nicht einer rechtsextremistischen Gruppierung. Sie sind die Farben der Demokratie. Sie sind die Farben der Demokraten und Republikverteidiger, wie zum Beispiel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, das sich seit 1924 für Republik und Demokratie einsetzt. Und so sollte es sein. Bei jeder Demo für Demokratie und Vielfalt, die sich der „Alternative” entgegenstellt, sollten die Farben der Demokratie neben den Farben der Vielfalt und dem europäischen Sternenkranz sichtbar wehen. Die Botschaft sollte lauten: Unsere Demokratie, unsere Farben – wir lassen sie uns von euch nicht wegnehmen!
https://www.demokratie-geschichte.de/15426/wem-gehoert-schwarz-rot-gold/
Lutz Heuken schlägt in eine ähnliche Kerbe und benennt klar: Wer eine rechtsextremistische Partei wählt, tut dies nicht aus Protest. Er oder sie wählt bewusst eine verfassungsfeindliche Partei und die Autokratie. Das dürfen wir nicht länger entschuldigen oder verharmlosen. Wir müssen es klar benennen. Ohne Wenn und Aber. AfD-Wähler sind keine Opfer, sondern Täter! Das müssen wir laut und deutlich aussprechen. Wir müssen das laut und deutlich benennen. Demokraten müssen sichtbarer werden. Auf der Straße, im Alltag, im Privatleben, im Beruf. Es liegt an uns. Wir müssen laut und sichtbar werden, in Gespräche gehen und die Fratze des Autokratie der AfD entlarven.
https://www.blog-der-republik.de/afd-waehler-sind-taeter-keine-opfer/
#Agile #Gesellschaft #Leadership #Lean #Management #Politik #ProduktivitätKonflikte sind ein Signal. Ein Signal, genauer hinzuschauen. Denn Reibung ist ein Indikator dafür, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Insofern sind Konflikte gar nicht schlecht. Auch wenn sie nicht immer Spaß machen. Die Kunst besteht darin, den Konflikt zu erkennen und konstruktiv zu nutzen. Genau das ist immer wieder eine Herausforderung, aber eine, die zu bewältigen ist. Zumindest, solange der Konflikt noch nicht allzu hoch gekocht ist. Maik Seyfert gibt ein paar Anhaltspunkte, wie man Konflikte im beruflichen Kontext konstruktiv nutzen und lösen kann. Kein Hexenwerk. Nichts Neues. Aber eine schöne Erinnerung.
https://www.lostconsultants.com/2026/08/31/conflict-at-work-is-information/
Mach eine Pause. Richtig Pause machen. Das ist wichtig. Aber das ist nicht immer einfach. Mein Kopf braucht Beschäftigung, sonst sucht er sich selbst etwas, mit dem er sich beschäftigen kann. Ich habe allerdings gelernt, ihn ab und an in Schranken zu weisen. Pause zu machen. Wenn ich ehrlich bin, gelingt mir das nicht immer. Aber immerhin. Daher kam mir in dem Artikel von Anna Koschinski das eine oder andere doch irgendwie bekannt vor. Dennoch sind Pausen wichtig. Das habe ich in meinem Sommerurlaub gemerkt. Ich habe es tatsächlich geschafft, den Großteil meiner Gedanken auszublenden und abzuschalten. Und es hat mir geholfen, Kraft zu tanken. Also, denkt immer wieder daran: Pausen sind wichtig. Um Energie zu tanken. Auch wenn so vieles nach Aufmerksamkeit schreit.
Der Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ wird in der Regel dem antiken Philosophen Sokrates zugeschrieben. Und das schon sehr lange. Ob er ihn wirklich gesagt hat, ist schwer zu sagen, denn von ihm selbst gibt es wohl keine schriftlichen Dokumente. Wir müssen uns also darauf verlassen, was seine Schüler über ihn niedergeschrieben haben und was die Jahrtausende überdauert hat. Was sich hinter diesem Satz verbirgt, ist allerdings sehr spannend. In seiner Aussage schwingt Neugier und der Wunsch zu verstehen mit. Eine extrem gute Motivation, wie auch Dan Rockwell schreibt.
https://leadershipfreak.blog/2026/09/02/when-people-dont-know/
In dem folgenden Beitrag macht sich Bob Galen Gedanken über „Reframing“. Reframing im Sinne der Umdeutung einer Situation. Eine Fähigkeit, die sehr hilfreich sein kann – nicht nur für Agile Coaches und vergleichbare Rollen. Nicht nur für Agile Coaches und vergleichbare Rollen. Das erhöht die Resilienz. Durch das Verschieben des Deutungsrahmens erschließen sich uns neue Sichtweisen und damit neue Ansätze, wie wir mit vermeintlichen Hindernissen umgehen können. Die vier Stufen des Reframings, die er beschreibt, finde ich dabei besonders interessant. Ich habe mich daher entschieden, den Artikel unter „Produktivität” zu verlinken.
https://bobgalen.substack.com/p/an-agile-coaches-primer-on-reframing
Objektives und Key Results scheinen allen bekannt zu sein. Hoshin Kanri hingegen ist in meinem Umfeld kaum bekannt. Schade eigentlich, denn es ist durchaus ein Ansatz, den man sich für die strategische Steuerung anschauen kann und sollte. Wenn ich jemanden neugierig gemacht haben sollte, dann bitte dem Link zum Artikel von Alen Ganic folgen. Ich persönlich finde den Ansatz interessant, da er eine Integration in die bestehenden Rollen und Strukturen der Organisation ermöglicht, ohne diese – ganz im Sinne des TPS – komplett zu hinterfragen, umzuwerfen und mit neuen Rollen zu überschreiben. Ganz im Sinne eines evolutionären Prozesses. Bei vielen OKR-Implementierungen wird – so meine Beobachtung – leider eine neue Struktur übergestülpt, statt OKRs in die bestehende Struktur zu integrieren. Mir fehlt außerdem die Koppelung mit Verbesserungsbemühungen auf allen Ebenen der Organisation.
https://blog.gembaacademy.com/2026/08/31/how-to-use-hoshin-kanri-to-turn-strategy-into-action/
Wer kennt es nicht? Du kommst mit einer Idee um die Ecke und möchtest sie im kleinen Kreis durchsprechen. Am Ende sitzen plötzlich dreimal so viele Leute mit am Tisch und reden mit, ohne dass etwas dabei herauskommt. Ich bin zwar ein großer Freund davon, zur Vorbereitung möglichst verschiedene Perspektiven einzubinden, und binde daher entsprechende Personen ein. Aber ich weiß auch, dass ab einer bestimmten Grenze – ich muss dabei immer an C. N. Parkinsons Gesetz der 12 denken – nichts mehr entschieden und nichts mehr vorangetrieben wird. Genau dieses Phänomen beleuchtet Götz Müller unter dem Stichwort Nemawashi, einer Praxis aus dem TPS, bei der durch informelle, persönliche Gespräche mit den Interessenträgern ein Konsens geschaffen wird, bevor eine formelle Entscheidung getroffen wird. Das Ziel besteht darin, eine frühzeitige Ausrichtung sicherzustellen, Einwände zu identifizieren und eine reibungslose Genehmigung ohne überraschenden Widerstand zu ermöglichen. Es geht also um die Vorbereitung einer Entscheidung. Wie Götz Müller treffend feststellt, braucht es dafür einen Zweck, und wie so oft ist das „Weshalb” ein sehr guter Kompass, der viel zu oft unterschätzt wird.
https://www.geemco.de/artikel/nemawashi-bis-zum-stillstand/
Yuval Yeret nutzt die bekannten Flowmetriken, um aufzuzeigen, dass Geschwindigkeit allein noch nicht zum Ziel führt. Als Aufhänger dient ihm die Entwicklung von Lösungen mit KI. Mithilfe der Flowmetriken möchte er sichtbar machen, wo im Workflow die Herausforderungen bei der täglichen Arbeit mit KI-Agenten zu finden sind. Es sollte eigentlich klar sein: Selbst wenn wir etwas schnell erzeugen können, bedeutet das noch lange nicht, dass wir das Richtige erzeugen und die Übergabepunkte im Arbeitsfluss und der Wertschöpfungskette wirklich gut funktionieren. Ich kann nur immer wieder betonen: Wer ausschließlich auf Geschwindigkeit setzt, darf sich nicht wundern, wenn das Ergebnis irgendwann nicht passt oder Muda an anderer Stelle entsteht. Auf diesen letzten Aspekt geht er leider zu wenig ein, da sein Fokus in erster Linie auf den Flowmetriken liegt.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die zu KI-lastigen Beiträge zu verlinken. Jetzt schiebe ich schon den zweiten hinterher. Aber es ist interessant. Man kann KI sinnvoll als Reflexionshilfe nutzen. Das mache ich auch gelegentlich. Ich schreibe meine Gedanken auf und nutze dann ein LLM, um die Lücken zu identifizieren. Simon Flossmann nutzt das Grundprinzip dahinter für die Formulierung von Produktzielen. Dabei geht es darum, realistische Produktziele zu formulieren, die einen echten Mehrwert für die „Kunden” darstellen. Eine KI kann bei der Analyse möglicher strategischer Daten im oben genannten Sinne hilfreich sein.
Machen wir uns nichts vor: Veränderungen bedeuten Unsicherheit. Auch wenn wir uns unter dem Stichwort „Change Management” immer wieder der Illusion hingeben, Veränderungsprozesse seien zweckrational steuerbar. Sie sind es nicht. Veränderungsprozesse können hochkomplex werden. Jetzt braucht es Klarheit. Klarheit darüber, was der Zweck ist, welche Leitplanken gelten und welche Erwartungen die Beteiligten haben. Dafür braucht es Führung, wie Jens Elfert schreibt. Führung, die Orientierung gibt und Klarheit schafft. Klarheit im Sinne von Leitplanken, Richtung und Transparenz über Erwartungen. Die Toolbox hierfür ist übrigens gut ausgebaut. Mit der Anwendung und der Umsetzung gibt es jedoch öfter mal Probleme. Das ist nicht überraschend, denn auch die Führungskräfte bestehen nur aus Menschen, die nicht alles perfekt können und wissen. Ein kleiner Tipp: Visuelles Management wie Obeya ist auch in diesem Kontext immer wieder sehr hilfreich. 😉
https://t2informatik.de/blog/warum-veraenderungen-selten-veraenderung-scheitern/
Ich kann mich gut an eine Diskussion vor vielen Jahren erinnern, die ich im Laufe der Jahre immer wieder in ähnlicher Form geführt habe. Wenn es klemmt, dann sind meist die Personalkosten zu hoch und Personal muss gehen. Meines Erachtens ist das sehr kurz gedacht. Oft ist damit auch die Vorstellung verbunden, dass wir durch Personalabbau wieder viel schneller und schlanker werden. Als Freund des Toyota Production Systems weiß ich, dass dem nicht so ist. Man muss schon deutlich mehr tun. Prozesse müssen auf den Prüfstand gestellt werden (was man ohnehin regelmäßig tun sollte), Abläufe und Entscheidungswege müssen kritisch hinterfragt werden (was eigentlich eine Daueraufgabe ist) und man muss im Hinterkopf behalten, dass eine solche Restrukturierung immer auch zu sehr viel Unsicherheit bei vielen Beteiligten führt (ups, da kommt wieder das Thema Veränderungsmanagement ins Spiel). Mit den Worten von Natalia Hoffmann-Demsing: Personalabbau ist noch keine Restrukturierung.
https://t2informatik.de/blog/personalabbau-ist-noch-keine-restrukturierung/
Wenn Ursula Brummack in die Tasten haut, weiß ich: Es wird interessant. So auch bei ihrem Blogartikel „Bürotassengate”. Auch wenn das Beispiel ein bisschen nach Klischee klingt, verbirgt sich doch ein Phänomen hinter der Beschreibung, das mir im Leben schon oft begegnet ist. Gerade wenn es darum geht, Veränderungen loszutreten, können einzelne Gruppierungen ganz schön bärbeißig werden, da sie um den Einfluss fürchten, den man ihnen vermeintlich wegnehmen möchte. Auch hier wäre Führung wichtig gewesen. Eine Führung, die interveniert, verdeutlicht, worum es geht, und macht deutlich, wie wichtig etwas ist. Auch wenn es vermeintlich unwichtig zu sein scheint. Wer Auskömmlichkeit sinnvoll verbessern will, … Ich halte mich lieber zurück 😉
https://brummack.blog/buerotassengate/
Als ich den Artikel von Vero Levesque im Blog des Forums „Agile Verwaltung“ gelesen habe, musste ich schmunzeln. Das Peter-Prinzip und andere „Gesetzmäßigkeiten” lassen fröhlich grüßen. Tatsächlich schicken wir nach wie vor Menschen in Führungsverantwortung, die sich aufgrund ihres fachlichen Könnens qualifiziert haben. Das Problem ist nur, dass man sie dann viel zu oft allein lässt und ignoriert, dass fachliches Können und Führung zwei Paar Schuhe sind. Leider sind die Karrieremodelle in den meisten Organisationen nach wie vor so ausgerichtet, dass Karriere in erster Linie die Übernahme von Führungsverantwortung bedeutet. Selbst dann, wenn es nicht sinnvoll ist. Es fehlen uns viel zu häufig Führungskräfte, die das Spannungsfeld zwischen Führenden, Geführten, Umwelt und Aufgabe wirklich durchdrungen haben. Sie verstehen sich nicht mehr als Fachexpert:innen, sondern als Servant Leader oder „Gastgeber“ (Hosting Leadership), die in erster Linie Rahmenbedingungen schaffen. Eine Trennung zwischen Fach- und Führungskarriere ist daher für mich durchaus sinnvoll.
https://agile-verwaltung.org/2026/09/03/gut-gemacht-jetzt-wirst-du-leider-chefin/
#Agile #Leadership #Lean #LinksDerWoche #Management #ProduktivitätLean Agile Predictability Bundle by Daniel S. Vacanti is the featured bundle of ebooks 📚 on Leanpub!
Link: https://leanpub.com/b/leanagilepredictabilitybundle
#Business_and_management #Agile #Leadership_agile #Agile_business_leadership #Lean
Hui, da hat mich Lars Richter mit seinem Blogpost angefixt, meine Liste der noch zu lesenden Bücher doch wieder zu öffnen, obwohl ich sie (vorläufig) geschlossen hatte, da sie ohnehin schon sehr lang war. Und das mit einem Blogpost, in dem er vier Erkenntnisse teilt, die er daraus gewonnen hat. Das ist sehr interessant, weil vieles davon im Gegensatz zu dem steht, was ich jeden Tag auf LinkedIn wahrnehme. Dort nehme ich immer mehr „optimierte Selbstdarstellung“ wahr, die den vier Learnings deutlich widerspricht. Es wäre schön, wenn sich manche dies zum Vorbild nehmen würden.
https://scamper.blog/show-your-work/
Ich arbeite viel digital, aber auch weiterhin viel analog. Darin sehe ich keinen Widerspruch. Meine Arbeitsweise ist sicherlich nicht ganz mit der von Daniel Schimpke vergleichbar. Bulletjournaling habe ich selbst auch schon probiert, aber es hat sich bei mir nicht durchgesetzt. Jeder hat so seine individuellen Vorlieben. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich Gesprächsnotizen und Ähnliches im Laufe des Tages meist erst auf Papier notiere. Ich arbeite auch gerne nach der Ivy-Lee-Methode. Papier ist dafür schneller, ich kann „kreativ kritzeln” und die Tastaturgeräusche fallen weg. Am Ende des Tages fasse ich meine Notizen dann digital in Obsidian zusammen und ergänze alle weiteren Informationen, die ggf. später gebraucht werden. Alles, was nicht mehr relevant ist, wird nicht übertragen. Ähnlich wie bei Daniel Schimpke ist Obsidian daher der langfristige Speicher, das analoge Medium ist der kurzfristige Speicher. Es ist also kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Es ergänzt sich gut. Wie so oft muss das System allerdings passen. Und das ist eben das für mich passende System.
https://www.kadaschi.de/obsidian-reicht-nicht-warum-ich-trotzdem-ein-bullet-journal-fuehre/
Ivan Blatter hat wieder einmal eine tolle Podcast-Folge produziert. Das Thema erinnert mich ein bisschen an das Backlog mancher agiler Teams, das regelrecht überläuft, weil uralte Einträge immer noch darin liegen. Ähnlich ist es bei den ganzen Aufgabenlisten, die man so führt. Da sammelt sich viel Altlasten an, die Aufmerksamkeit binden. Ich habe mir deshalb angewöhnt, meine Themenlisten wöchentlich und meine Aufgabenlisten täglich aufzuräumen. Ich streiche gnadenlos alles, was ich – je nach Flughöhe – schon länger nicht mehr angefasst habe. Frei nach dem Motto: Wenn es wichtig war, kommt das Thema schon wieder hoch. Also weg damit. Hört am besten selbst rein. Auch wenn ich manches schon ähnlich handhabe, habe ich noch ein paar neue Ideen mitgenommen. Man lernt ja bekanntlich nie aus.
https://share.transistor.fm/s/9e9a2bc1
Dan Rockwell trifft öfter mal einen Nerv bei mir. Das muss der Grund sein, weshalb ich seinen Blog regelmäßig lese. Mit dem verlinkten Beitrag auch wieder. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass Verantwortungsübernahme ein Thema ist, das mir sehr wichtig ist (und bei dem ich mich selbst regelmäßig an die eigene Nase fasse). Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich nicht, die Schuldfrage zu klären, sondern Konsequenzen abzuleiten. Wenn ich einen Fehler gemacht habe – und das kommt häufiger vor – dann gehe ich den Ursachen auf den Grund und leite Konsequenzen ab. Das klappt zwar nicht immer perfekt, aber auch daran arbeite ich immer wieder. Da muss ich in der Tat noch besser werden. Aber wie sagte meine Frau neulich: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung 😉
https://leadershipfreak.blog/2026/08/24/accountability-needs-consequences/
Der Beitrag von Ron Pereira könnte auch unter dem Thema Produktivität eingeordnet werden, da er im Prinzip beschreibt, wie wir besser auf einen Auslöser reagieren, um nicht vorschnell, sondern reflektiert zu handeln. Das passiert mir, wie vermutlich vielen anderen Menschen auch, öfter, als uns lieb ist. Es geht um Selbstregulation im Sinne von Multiple Perspective Advantage (MPA). Die Idee lässt sich wie folgt zusammenfassen: Anstatt sofort emotional auf einen Reiz zu reagieren, tritt man mental zurück und beobachtet sich aus einer anderen Perspektive. Klingt einfach. Leider ist es das nicht immer. Man muss es trainieren. Und selbst dann klappt es in einer stressigen Situation nicht immer, wie wir alle wissen. Aber man wird besser. Pereira überträgt das Ganze auf den Lean-Kontext. Interessanterweise passt das sogar sehr gut zu meiner Selbstbeobachtung der letzten Wochen. Es ist gerade eines der Themen, bei denen ich deutlich besser werden möchte. Zufall? Selektive Wahrnehmung? Auf jeden Fall ein passender Impuls für mich – und hoffentlich auch für einige andere.
https://blog.gembaacademy.com/2026/08/26/the-space-between-trigger-and-response/
Es wird bekanntermaßen fröhlich digitalisiert. So richtig, was das Zeug hält. Doof nur, dass in vielen Fällen zwei Dinge zusammenkommen: Erstens werden analoge Prozesse 1:1 digitalisiert und zweitens spielt es oft keine Rolle, was das für die Beteiligten bedeutet. Solche Beispiele hatte ich in letzter Zeit als Betroffener mehrfach. Und ganz ehrlich, am liebsten hätte ich den Verantwortlichen meine Meinung gegeigt. Statt einfacher wurde es komplizierter. Das kann es nicht sein. Wenn man digitalisiert, sollte man die Prozesse aus der Perspektive der betroffenen Menschen betrachten. Man sollte den Prozess von rechts nach links betrachten und sich tatsächlich die Frage stellen, ob dadurch für die Beteiligten irgendetwas einfacher wird. Genau das stellt Alen Ganic dar. So würde ich es mir wünschen. Und so sollte es meines Erachtens sein. Digitalisierung um der Digitalisierung willen ist nicht das Ziel.
Ich bin bekennender Obeya-Fan und habe früher sogar die Qualifikation als Obeya-Coach erworben, da ich von Obeya sehr überzeugt bin. Leider durfte ich mein Wissen bisher noch nicht im vollen Umfang einsetzen. Schade eigentlich. Das wird hoffentlich noch kommen. Einer der Punkte, die ich in meiner Ausbildung gelernt habe und die auch im Beitrag von Götz Müller zu Obeya von zentraler Bedeutung sind, ist: Ein Obeya ist dazu da, Menschen dabei zu helfen, gute Entscheidungen zu treffen. Darauf kommt es ganz besonders an. Er verändert die Art der Zusammenarbeit. Wenn das nicht der Fall ist, dann stimmt etwas nicht. Visualisierung ist kein Selbstzweck, sondern soll dabei helfen, Kaizen mit Leben zu füllen.
https://www.geemco.de/artikel/wenn-obeya-zum-besprechungsraum-wird/
In seinem Blogartikel zeigt Mark Graban sehr schön, worum es bei den fünf Weshalb eigentlich geht – und das, ohne sie zu erwähnen. Als Aufhänger dient ihm die Aussage, dass ein Fehler auf menschliches Versagen zurückzuführen sei und die Frage, wie es überhaupt zu diesem menschlichen Versagen gekommen sei, nicht weiter hinterfragt werde. Mit anderen Worten: Man hat seinen Sündenbock gefunden und geht der eigentlichen Ursache nicht weiter nach. Genau das machen echte Lean-Enthusiasten und Kaizen-Fans aber nicht. Sie bohren tiefer. Sie wollen verstehen, was dazu beigetragen hat und wie man es künftig verhindern kann. Denn das, was oft als menschliches Versagen abgetan wird, kann künftig vermieden werden, wenn man tiefer gräbt. Es ist anstrengend. Aber es lohnt sich.
https://www.leanblog.org/2026/08/human-error-root-cause/
Tja, das Thema Neurodiversität beschäftigt auch mich derzeit sehr. Ausgelöst wurde es durch eines meiner Kinder, das – so gehen wir derzeit davon aus – in das Spektrum gehört. Die Beschäftigung damit löst auch bei mir einiges aus. Zum einen, weil ich gelernt habe, dass deutlich mehr Menschen in das Spektrum fallen, als uns oft bewusst ist. Sicherlich wissen auch viele gar nicht, dass sie dazugehören. Auch das ist eine Erkenntnis der letzten Wochen: Über mein Kind lerne ich gerade, dass sogar ich selbst betroffen sein könnte. Leider spricht kaum jemand darüber. Das kann zum Problem werden, weil wir Menschen dann falsch einschätzen. Auch in einem Team. Es ist schön, dass das Thema langsam in die Breite getragen wird und die Sensibilität zunimmt. Danke, Doris Weißgerber. Ein schöner Impuls. Mich hat es auf jeden Fall bestärkt, diesem Thema deutlich mehr Beachtung zu schenken. Auch im beruflichen Kontext.
https://www.teamworkblog.de/2026/08/die-sache-mit-den-faulen.html
Ich lese immer öfter, dass KI den Aufwand in vielen Arbeitsbereichen deutlich reduzieren kann. Das hat natürlich zur Folge, dass viele Priorisierungstechniken für das Backlog, die auf Aufwand und Nutzen basieren, nicht wirklich greifen. Wir brauchen also neue Impulse. Die Produktwerker nehmen das Thema in ihrem Podcast auf und bringen unter anderem die Aspekte Lernwert und Umkehrbarkeit ins Spiel. Der Podcast ist auf jeden Fall hörenswert. Gerade die Kombination aus Lernwert und Umkehrbarkeit klingt für mich sehr gut. Ich will nicht zu sehr vorgreifen.
https://produktwerker.de/product-backlog-priorisierung-wenn-aufwand-nicht-mehr-die-bremse-ist/
Durch den Blog von Daniel Dubbel bin ich auf das Thema „Identity Leadership” aufmerksam geworden. Das Themenfeld war mir – muss ich ehrlich sagen – bisher noch gar nicht bekannt. Der Blogartikel war etwas anspruchsvoller zu lesen, dafür aber sehr aufschlussreich. Das klingt nach einem spannenden Thema. Zumindest für mich. Ich bin ohnehin der Auffassung, dass Führung wesentlich komplexer ist und aus dem Zusammenspiel von Führenden, Geführten und Situation entsteht. Es ist also keineswegs allein die Führungspersönlichkeit, die ausschlaggebend ist. Von daher passt das Modell möglicherweise ganz gut zu meiner These.
#Agile #Leadership #Lean #Management #Produktivität #SelbstmanagementWhat I’ve been reading (and watching) week ending 16 August https://jchyip.medium.com/what-ive-been-reading-and-watching-week-ending-16-august-722524ba1f76 #philosophy #culture #management #lean #AI #SoftwareEngineering #economics #science
Im Volksmund heißt es: „Der Glaube versetzt Berge.” Ich persönlich finde, dass da etwas Positives dran ist. Positiv im Sinne von Glaubenssätzen, die unsere Haltung und somit unser Handeln bestimmen. Ähnlich wie Dan Rockwell denke ich, dass unser „Glaubensbild” bestimmt, wie wir denken, fühlen und wahrnehmen. Daher ist es wichtig, was wir „glauben” und dies auch bewusst zu gestalten. Unsere Überzeugungen bestimmen unser Handeln.
https://leadershipfreak.blog/2026/07/30/the-three-powers-of-belief/
Der Begriff „Struktur” klingt oft etwas einschränkend. Wie Ivan Blatter es ausdrückt, fühlt es sich gelegentlich wie ein einschränkendes Korsett an. Eine gute und gesunde Struktur hingegen hilft und unterstützt. Sie engt nicht ein. Daher gilt es, eine Struktur zu entwickeln, die uns hilft und unser Leben erleichtert. Sie muss zu uns passen, damit aus der Struktur kein einschränkendes Korsett wird, sondern ein passendes System. Die Struktur so zu gestalten, dass sie uns unterstützt, ist demnach das „Geheimnis”. Wie das gelingen kann, beschreibt er in seiner Podcastfolge.
https://share.transistor.fm/s/8e29fc05
Frank Edelkraut schreibt über Führung unter Druck. Unter Druck geraten wir alle irgendwann einmal. Und Führung ist nicht nur etwas, das Führungskräfte tun. Im Großen und Ganzen geht es darum, sich selbst zu reflektieren und sich selbst zu regulieren. Es geht darum, den eigenen Umgang mit Stress und Situationen mit großem Druck bewusst zu machen, um im Ernstfall souverän reagieren zu können. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass das eine große Herausforderung ist, die leider – zumindest bei mir – auch tagesformabhängig sein kann. Zum Glück lässt sich Selbstregulation trainieren. Ich habe noch einige Baustellen zu lösen, dass lässt mich hoffen.
https://t2informatik.de/blog/fuehrung-unter-druck-selbstregulation-entscheidet/
In den letzten Tagen ist ein interessanter Impuls von Ron Pereira bei mir aufgeschlagen. Er rät dazu, zu beobachten, was passiert, wenn in der Organisation etwas schiefgeht. Gerade bei Kleinigkeiten lässt sich erkennen, welche Lern- und Fehlerkultur vorherrscht. So lassen sich mögliche Verbesserungspotenziale ableiten. Werden Fehler eher unter den Teppich gekehrt oder geht man offen mit ihnen um und forscht nach Ursachen? Okay, so ganz neu ist diese Idee für mich nicht. Ich achte bereits auf solche Dinge, und das nicht zu knapp. Dennoch ist es eine schöne Erinnerung und ein netter Impuls. Außerdem weiß ich jetzt, was die Spilled Coffee Theory ist.
https://blog.gembaacademy.com/2026/07/29/what-spills-out-when-the-pressure-is-on/
Auch nach so vielen Jahren tummeln sich rund um agile Rollen spannende Mythen, die zu Missverständnissen führen. Die bekanntesten Mythen zur Rolle des Product Owners in Scrum hat Simon Flossmann zusammengefasst. Bei einigen davon lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie es zu diesen Mythen kommt. Im Grunde sind es Missverständnisse, die es aufzulösen gilt. Irgendeine Daseinsberechtigung braucht man schließlich als Agile Coach 😉
Auch andere agile Rollen wie der Scrum Master haben häufig mit Missverständnissen zu kämpfen. Wie Chee-Hong Hsia schreibt, stößt man häufig auf Stellenausschreibungen, die Projektleiter und Scrum Master gleichsetzen. Das passt leider nicht ganz. Die Aufgaben eines Projektleiters sind auf die verschiedenen Verantwortlichkeiten eines Scrum-Teams verteilt, wobei jede Rolle einen anderen Fokus hat. Der Scrum Master ist für die Produktivität zuständig, der Product Owner für den Geschäftswert und das Scrum-Team trägt die Gesamtverantwortung für das Ergebnis. Alle drei zusammen tragen die Verantwortung für das Gesamtergebnis. Nicht eine Rolle und nicht eine Person allein. Das war und ist bei Scrum eine bewusste Entscheidung.
https://www.scrum.org/resources/blog/project-manager-isnt-dead-it-was-disassembled-purpose
Schätzen ist im agilen Kontext – nicht nur aus meiner Sicht – ein zweischneidiges Schwert, weil es zwar sinnvoll, aber auch gefährlich ist, wie Thomas Schissler schreibt. Dem kann ich nur zustimmen. Ich sehe im agilen Schätzen ein Feedback-Werkzeug, um den Größenzuschnitt einer Anforderung zu ermitteln. Ansonsten ist und bleibt eine Schätzung eine Wette mit hoher Unsicherheit. Es ist hilfreich für die Diskussion im Hinblick auf ein gemeinsames Verständnis und auch für die Priorisierung. Es ist jedoch schwierig bis gefährlich, wenn es um Lieferzusagen und Budgets geht. Wie Schissler so schön schreibt, kommt es darauf an, wie man das Werkzeug nutzt. So ist es auch beim agilen Schätzen.
Hui, mal wieder etwas zum Thema agile Initiativen. Und das von keinem Geringeren als Mike Cohen. Ein agiles Urgestein. Das von ihm beschriebene Problem kommt mir doch sehr bekannt vor. Der Artikel ist sehr umfangreich. Er beschreibt typische Probleme und ihre Ursachen, die im Zusammenhang mit agilen Initiativen gerne auftreten, und zeigt Auswege auf. Zentral im Fokus steht, dass agile Initiativen kein Selbstzweck sind. Sie sollen ein Problem lösen. Die agile Herangehensweise soll dabei helfen, ist aber selbst nicht die Lösung. Sie ist das Hilfsmittel. Ich glaube, allein in dieser Erkenntnis liegt bereits der Schlüssel für den Erfolg oder Misserfolg einer agilen Initiative.
https://www.mountaingoatsoftware.com/blog/leading-agile-initiatives
Es mangelt nicht an Priorisierungsmethoden. Die meisten davon sind wirklich gut. Keine Frage. Nur ist die Realität oft komplizierter und schwieriger als die methodischen Modelle. Das ist eine Herausforderung, die uns allen bekannt ist. Beim Reinhören in die Podcastfolge der Produktwerker habe ich daher viele Herausforderungen aus der Praxis wiedererkannt. Mit einer harten methodischen Vorgehensweise allein kommt man leider nicht weit, denn es gibt verschiedene Perspektiven, die berücksichtigt werden wollen.
https://produktwerker.de/wie-kann-ich-als-product-owner-objektiv-priorisieren/
#Agile #Überzeugungen #Lean #Priorisierung #ProductOwner #Produktivität #Schätzen #Selbstregulierung #StrukturPhoto by Pixabay on Pexels.com
Eine Funktion, die ich in Obsidian bisher noch nicht genutzt habe, ist durch einen Blogartikel von Thomas Mathoi wieder in meinen Fokus gerückt: Callouts. Offenbar gibt es so etwas wie einen „Callout-Manager”, mit dem sich die Callouts farblich variieren lassen. Das ist sicherlich für den einen oder anderen interessant. Ich selbst weiß noch nicht, ob und wie ich diese Möglichkeit künftig nutzen werde.
https://www.mathoi.at/2026/07/22/obsidian-kaizen-der-callout-manager/
Dan Rockwell wirft einen interessanten Ansatz in den Raum. Nicht das, was uns glücklich macht, sollte in den Fokus gestellt werden, sondern das, was uns voranbringt. Das klingt naheliegend. Eigentlich. Aber seien wir ehrlich: Wir suchen doch immer zuerst nach dem „Glück” und dem, was uns „Spaß” macht. Zumindest legen das viele Ratschläge immer wieder nahe. Rockwell sagt jedoch, dass das, was den Unterschied macht, viel relevanter ist. Ich würde ergänzen, dass dort der Schlüssel zur langfristigen, gesunden Zufriedenheit liegt. Glück ist flüchtig. Zufriedenheit macht träge. Etwas zu finden, das den Unterschied macht und von dem man überzeugt ist, dass es einen voranbringt, ist nicht immer bequem, hält uns aber in Bewegung.
https://leadershipfreak.blog/2026/07/24/do-what-makes-you-unhappy/
Der Blogartikel von Uwe Hauck lässt mich nachdenklich zurück. Ein bisschen erkenne ich mich selbst darin wieder. Spezialthemen, die nur wenige interessieren – das kommt mir bekannt vor. Wenn auch die thematische Schnittmenge eine etwas andere ist. Auch ich habe gemerkt, wie wichtig soziale Kontakte sind, und nehme daher regelmäßig an Veranstaltungen wie dem Europa-Stammtisch, Meet and Talk von Wir in Weinsberg und ähnlichen Events teil. Viele Freunde und Bekannte, die meine Interessen teilen, leben übrigens oft 100 km weit weg von meinem Wohnort. Mit nur wenigen Menschen im Umkreis von 50 km habe ich einen sehr intensiven Kontakt, der unter die Rubrik „echte Freundschaft” fällt. Glücklicherweise kämpfe ich nicht gegen eine Angststörung. Das macht es etwas einfacher. Aber auch bei mir kommt gelegentlich das Gefühl der Einsamkeit hoch, wenn Gespräche mit Tiefgang fehlen und der Austausch im Alltag nur an der Oberfläche kratzt.
https://www.livingthefuture.de/2026/07/19/alleine-ist-ein-zustand-einsam-ein-gefuehl/
In seinem Blogartikel beschreibt Mark Graban ein Thema, das ich in ähnlicher Form auch immer wieder aufgreife: Standards. Ich verstehe Standards als „fluid” und adaptiv. Es sind gut bestätigte Arbeitshypothesen, die so lange gültig sind, bis wir eine bessere finden. Ganz simpel und einfach. Sie entwickeln sich beständig weiter. Ganz im Sinne von Kaizen. Allerdings erlebe ich immer wieder, dass Standards nicht reflektiert oder hinterfragt werden – geschweige denn angepasst. Einmal definiert, gelten sie, bis das Römische Reich untergeht. Das ist in meinen Augen unsinnig. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Beitrag.
https://www.leanblog.org/2026/07/standardized-work-and-kaizen-toyota
Im Scamper-Blog von Lars Richter bin ich auf einen Ansatz gestoßen, der mich stark an ein Format erinnert, das wir gerne in Team-Retros verwenden. Der Unterschied ist, dass er es im Kontext von Prototypentesting nutzt. Eigentlich naheliegend. Das Feedback Capture Grid ist ein einfaches Raster, das sich leicht abbilden lässt und fast selbsterklärend ist. Es liegt also nahe, es auch tatsächlich als Feedback-Werkzeug für das Prototypentesten zu nutzen.
https://scamper.blog/feedback-capture-grid
Als ich den Blogartikel von Dominik Maximini gesehen habe, bin ich im ersten Moment innerlich etwas zusammengezuckt. Eine Pyramide der Impediements? Glücklicherweise hat er direkt klargestellt, dass es nicht darum geht, dass Teams eine Stufe nach der anderen durchlaufen – in dem Fall hätte ich den Beitrag nicht einmal erwähnt – sondern dass es sich um eine Einordnungshilfe handelt, die dabei helfen soll, Hindernisse zu kategorisieren. Das macht die Sache für mich interessanter. Die Hauptunterscheidung liegt in den Einflussebenen „Team” oder „Organisation”, also wo kann ich den Hebel ansetzen, um Wirkung zu erzielen? Diese beiden Hauptebenen differenziert er in Unterkategorien, die in einer „Wirksamkeitspyramide” münden. Die Darstellung finde ich persönlich zwar nicht optimal, dennoch kann ich inhaltlich gut folgen. Denn tatsächlich sind viele Impediments struktureller Art und es hilft herzlich wenig, an einem Team „herumzudoktern”. Solche Fälle durfte ich im Leben auch schon oft genug erleben. Das Team war top, konnte aber wegen struktureller Probleme an den Schnittstellen innerhalb der Organisation – beispielsweise entlang der Wertstromkette, in die es eingebunden war – sein Potenzial nicht nutzen.
https://www.scrum.org/resources/blog/pyramid-impediments
In den letzten Monaten hatte ich den Eindruck, dass massenweise Agile Coaches, Scrum Master:innen, Kanban Coaches und Ähnliches nach neuen Jobs Ausschau gehalten haben, weil ihre Stellen in Unternehmen wegrationalisiert worden sind. Das Problem bei diesen Rollen ist, dass die Leistung der Inhaber:innen nicht direkt bezifferbar ist und somit oft unklar ist, welchen Mehrwert die Rolle hat. Marc Löffler greift genau dieses Thema unter dem Titel „Gute Arbeit, die keiner sieht, sieht aus wie gar keine Arbeit” auf. Ich würde behaupten, dass dies für jede Form echter und guter Führungsarbeit gilt. Selbst wenn man seinem Vorschlag folgt, braucht es immer noch eine Referenz, um die Sichtbarkeit durch einen Vergleich herzustellen, was in der Praxis weiterhin schwierig bleiben dürfte.
https://passionateteams.com/e/gute-arbeit-die-keiner-sieht-sieht-aus-wie-gar-keine-arbeit
Die gute alte Velocity ist nach wie vor ein Dauerbrenner, wie es scheint. Noch einmal: Sie misst den Durchsatz und ist somit eine Kennzahl für das Team, mit der sich dessen spezifische Geschwindigkeit ermitteln lässt. Ein Vergleich mit anderen Teams ist jedoch nicht möglich, da er auf relationellen Schätzungen basiert. Sie ist aber sicherlich nicht die einzige Kennzahl, mit der man arbeiten und auf die man sich verlassen sollte. Chuck Suscheck verdeutlicht gut, weshalb dem so ist, denn hier lauern auch einige kognitive Fallen, die zu Fehlschlüssen verleiten könnten.
https://www.scrum.org/resources/blog/cognitive-trap-velocity-misinterpretation
Auf den ersten Blick mag der Titel „Wann Scrum Master Teams bewusst scheitern lassen sollten” von Niklas Magerl etwas seltsam klingen. Zusammengefasst geht es jedoch nicht um das Scheitern an sich, sondern um „Risikomanagement” im Hinblick auf Experimente, die die Lernerfahrung des Teams stärken sollen. Es geht also um ein kontrolliertes „Scheitern“ mit dem Ziel, die Lernerfahrung zu intensivieren. Das ist naheliegend, denn Scheitern gehört zum Geschäft, wenn wir explorativ unterwegs sind und Lösungen erkunden. Wir müssen ja erst herausfinden, was der richtige Weg ist. Versuch und Irrtum gehören dazu. Das Ganze jedoch auf Risikomanagement zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Ein durchaus lesenswerter Ansatz.
https://t2informatik.de/blog/scrum-master-teams-scheitern-lassen-sollten/
Ein hartnäckiger Mythos ist, dass selbstorganisierte Teams ohne Führung auskommen und man daher keine Führungskräfte mehr braucht. Das artet gerne auch mal so aus, dass behauptet wird, das Team sei selbstorganisiert und solle deshalb alles selbst entscheiden, wobei das Team dann im Stich gelassen wird. Nein, die Führung und das Management haben auch bei selbstorganisierten Teams nicht ausgedient. Die meisten Teams sind operative Teams. Sie sind auf operativer Flughöhe unterwegs. Für den ganzen taktischen, strategischen „Kram” haben sie nur bedingt Kapazitäten – und hier kommt unter anderem die Führung ins Spiel. Nur um ein Beispiel zu geben. Es ist auch ein weitverbreitetes Missverständnis, dass Scrum Master (und oft auch Product Owner) keine Führungskräfte sind. Sie sind genau das. Dazu passt, dass Mary Iqbal der Frage nachgeht, ob es in Scrum keine „Manager” gibt.
https://www.scrum.org/resources/blog/no-manager-scrum
Bei vielen Führungskräften lässt sich feststellen, dass sie nicht darauf vorbereitet wurden, Führungskraft zu werden. Mit etwas Glück bringen sie Vorerfahrung mit, sind hochgradig selbstreflektiert und bereiten sich daher selbst auf ihre Aufgabe vor. Dennoch ist meine Beobachtung nach wie vor, dass man sie viel zu oft im Stich lässt und sie nicht auf ihre Aufgabe vorbereitet. Eine Beobachtung, die Jan Fischbach zu teilen scheint. Er plädiert dafür, dass Führungskräfte eine „Ausbildung” benötigen. Führen will gelernt sein. Und da stimme ich ihm zu. Da ist nach wie vor viel Luft nach oben.
https://www.teamworkblog.de/2026/07/fuhrungskrafte-brauchen-eine-ausbildung.html
#Agile #Führung #Impediments #Kaizen #Leadership #Lean #Mangement #Obsidian #Produktivität #Prototypentest #Scheitern #Scrum #StandardisierungWhat I’ve been reading (and watching) week ending 26 July 2026 https://jchyip.medium.com/what-ive-been-reading-and-watching-week-ending-26-july-2026-9c11a433eabc #politics #AI #SystemsThinking #economics #Lean #SoftwareEngineering
Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll oder wünschenswert. Das scheinen viele KI-Enthusiasten gerne zu vergessen. Daher spricht mir Michael Schenkel in seinem Blogartikel regelrecht aus dem Herzen. Es ist übrigens kein neues Muster, das wir hier erleben. Ich habe in den Tiefen meines Gedächtnisses nach Beispielen gesucht, bei denen übertriebene Technikgläubigkeit zu Desastern geführt hat. Mir sind auf Anhieb neben der Titanic und zwei gescheiterten Polarexpeditionen noch viele weitere Beispiele bewusst geworden. Und dabei habe ich noch nicht einmal tief gewühlt. Das Ganze führt mir vor Augen, dass bei aller Begeisterung für neue Ideen der bewusste, kritisch reflektierte Umgang extrem wichtig ist. Offensichtlich ist der Mensch nicht in der Lage, aus der Geschichte zu lernen (was man übrigens auch im Umgang mit der Nicht-Alternative in einem anderen Kontext erleben und lernen darf). Falls sich jetzt jemand fragt, weshalb ich das Thema unter Produktivität verlinke: Ich sehe die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den kritischen Umgang mit KI in erster Linie bei uns als Individuen. Wir entscheiden, ob wir unsere und die Zeit unserer Mitmenschen mit sinnlosen Aktionen „verschwenden”.
https://t2informatik.de/blog/technisch-moeglich-inhaltlich-zweifelhaft/
In seinem Blogbeitrag erinnert Dan Rockwell daran, dass Erfolg sehr flüchtig sein kann und wir uns daher – bei allem Erfolg – in Demut üben sollten. Damit trifft er bei mir einen Nerv (was die Leser meiner „Gedankenblitze” vermutlich schon wissen). Ich halte es für sehr essentiell, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Erfolg auch etwas mit „Zufall”, der Mitwirkung anderer Menschen sowie beständiger Reflexion und Lernen zu tun hat. Erfolg ist flüchtig und kann schnell kippen. Besonders, wenn wir uns in unserem Erfolg baden und in Arroganz abdriftet.
https://leadershipfreak.blog/2026/07/16/the-unexpected-blunder/
Ich habe es endlich geschafft, eine Folge von Anna Koschinskis Podcast „Verbindungen schaffen” anzuhören. Im Fokus steht das Schreiben von Texten. Ich weiß, wie schwer es ist und wie viel Überwindung es kostet. Mein schriftstellerisches Talent würde ich nicht gerade als herausragend bezeichnen, und dann muss man auch noch ein Thema finden. Nach langer Übung bin ich da etwas entspannter geworden. Mir hilft das Aufschreiben beim Reflektieren. Ich notiere meine Gedanken sehr häufig, meist in Obsidian. Dadurch erhalte ich mehr Klarheit. Wenn dann mal etwas herauskommt, von dem ich denke, dass es eine sinnvolle Reife erreicht hat, entsteht daraus öfter mal ein Gedankenblitz oder noch besser ein Beitrag für den Blog des Forums Agile Verwaltung. Gut, ich schreibe nicht mit einer „professionellen” Zielsetzung. Toms Gedankenblog dient in erster Linie der eigenen Reflexion und der „verrückten” Idee, mit Gleichgesinnten in Austausch zu treten. Das ist etwas anderes. Hört einfach mal rein. Es ist auf jeden Fall hilfreich, auch wenn man selbst nicht regelmäßig Texte produzieren muss. Schreiben ist Denken und Strukturieren. Das hilft in vielen anderen Kontexten ebenso.
https://verbindung-schaffen.podigee.io/74-verbindung-schreiben
Ivan Blatter schafft es immer wieder, dass ich mich beim Hören seines Podcasts ertappt fühle. 😉 So auch bei der aktuellen Folge, in der es darum geht, wie wir unser neu erworbenes Wissen umsetzen. Die Erkenntnis zu haben, ist zwar der erste Schritt. Von der Erkenntnis in die Umsetzung zu kommen, ist allerdings oft viel herausfordernder, denn jede Erkenntnis bedeutet auch, an unseren Gewohnheiten zu arbeiten. Neue Erkenntnisse und neues Wissen in die Praxis umzusetzen, ist eben nicht ganz so einfach.
https://share.transistor.fm/s/c986b589
Mark Graban bringt es auf den Punkt. Gute Führung sucht nicht nach Schuldigen, sondern übernimmt Verantwortung. Sie erkundet, wo im System Ursachen für Fehler und Probleme schlummern, und versucht, diese zu beheben. In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass nach einem Fehler ein Schuldiger gesucht und verantwortlich gemacht wurde. Damit war die Sache dann erledigt. Und was für eine Überraschung – der Fehler trat wieder auf. Denn die Ursache wurde nicht behoben. Genau das schätze ich sehr am Toyota Production System. Man sucht nicht nach Schuldigen, sondern nach Ursachen und versucht, diese zu beseitigen. Leider reicht es nicht aus, eine positive Fehlerkultur zu entwickeln, wenn die dazugehörige Lern- und Verantwortungskultur nicht vorhanden ist und die tieferliegenden Ursachen nicht beseitigt werden.
https://www.leanblog.org/2026/07/how-to-react-to-a-mistake/
Ich bin immer wieder dankbar für Ideen und Ansätze, mit denen sich Workshops, Besprechungen und Austauschrunden sinnvoll gestalten lassen. Es geht darum, Formate so zu gestalten, dass sie einen erkennbaren Mehrwert schaffen. Der Blogartikel von Simon Flossmann enthält drei interessante Formate für die Abschlussrunde von Workshops, von denen ich eines tatsächlich noch nicht kannte. Sehr interessant.
Ich bin begeisterter Lean- und Agile-Enthusiast. Mit selbstorganisierten Teams zu arbeiten, ist das Größte für mich. Das macht mir mehr Freude als alles andere. Ich gehe davon aus, dass ich es mit mündigen Erwachsenen zu tun habe. Erwachsene und mündige Menschen in einem Team. Die „gescheiterten Sozialarbeiter-Scrum-Master” sind mir daher schon öfter unangenehm aufgefallen. Scrum ist kein Selbstzweck. Und es braucht auch kein „Scrum Kumbaya”, wie Mary Iqubal es treffend überschrieben hat (den Begriff muss ich mir merken). Noch einmal: Wir haben es mit erwachsenen, mündigen Fachleuten zu tun, die lösungsfokussiert zusammenarbeiten und hochwertige Ergebnisse erzielen wollen und sollen. Meine Aufgabe als Scrum Master ist es, den Rahmen dafür zu schaffen, dass ein Team produktiv zusammenarbeiten kann. Mein Job ist es nicht, ein Team zu „betüdeln”. Ganz im Gegenteil. Ich muss einen Rahmen schaffen, damit das Team produktiv arbeiten kann, und es auch herausfordern, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Eine positive Arbeitsatmosphäre kann dabei helfen, aber man kann auch deutlich über das Ziel hinausschießen. „Scrum Kumbaya” ist ein Beispiel dafür.
https://www.scrum.org/resources/blog/scrum-kumbaya
Thomas Schissler stellt in seinem Beitrag eine sehr praxisnahe Simulation mit Verbindungen zur Praxis in vielen Teams vor. Im Fokus stehen die Arbeitsmodi „Explore” und „Exploit”. Das Interessante an seinem Beitrag ist, dass er nicht nur das spielerische Format ins Spiel bringt, sondern auch gleich die Brücke zur gelebten Teampraxis schlägt und somit aufzeigt, wie diese Simulation Teams dabei helfen kann, das richtige Maß zwischen „Explore” und „Exploit” zu finden. Das ist mit Sicherheit etwas, das sich für den einen oder anderen Workshop nutzen lässt. Mal sehen, ob ich Gelegenheit bekomme, es selbst auszuprobieren.
Ich persönlich halte vom Schätzen der „Liefergeschwindigkeit” in komplexen Kontexten wenig. Schätzen ist hingegen sehr gut geeignet, um die Größe von Produktinkrementen einzuordnen. Für die Prognose eines Liefertermins taugt es hingegen wenig, da wir hier von einer Wette ausgehen, die auf vielen Unbekannten basiert. Liegt die Schätzung daneben, kommt es meist zu der von Dave West beschriebenen Reaktion. Verlässliche Prognosen erhalte ich in der Regel erst durch aussagekräftige historische Daten, die bei Entwicklungsprojekten – je nach Art der zu erledigenden Arbeit – oft nicht vorliegen. Während ich repetitive Aufgaben, für die ich vergleichbare Daten habe, sehr gut prognostizieren kann, ist es bei explorativen Tätigkeiten gerade wegen der fehlenden Qualität der Daten ein sehr unsicheres Spiel. Sehr erfahrene Teams haben zwar mit der Zeit aufgrund von historischen Daten und Erfahrungen ein gutes „Gefühl” dafür entwickelt, wie verlässlich sie liefern können, aber auch hier steckt sehr viel Erkenntnis aus der Vergangenheit drin. Und diese ist bei einem hochkomplexen Projekt nicht vorhanden. Prognosen sollten daher als „Wetten” mit hoher Unsicherheit verstanden werden, die im Laufe der Zeit aber immer genauer und präziser werden können. Nicht als exakter Plan. Regelmäßige Kommunikation über neue Erkenntnisse und deren Auswirkungen auf die Prognose ist daher extrem wichtig.
https://www.scrum.org/resources/blog/your-team-isnt-bad-estimating-planning-just-harder-we-admit
Steve Denir beschreibt ein Problem, das Kurt Tucholsky einst in einem anderen Kontext sehr treffend umschrieben hat: „Im Übrigen gilt hier ja derjenige, der auf den Schmutz hinweist, als viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“ Die Wirkung sollte jedem klar sein. Wer auf einen Fehler hinweist und dafür an den Pranger gestellt wird, wird es nie wieder tun. Und alle, die so etwas auch nur im Geringsten mitbekommen haben, werden es dieser Person gleichtun. Lernen für die Zukunft? Keine Chance. Ich kann mich gut an die Idee eines Lean-Enthusiasten erinnern, jeden entdeckten Fehler zu feiern. Anstatt einen Schuldigen zu suchen, sollte man sich auf die strukturellen Ursachen konzentrieren und eben diese beseitigen. Das ist übrigens etwas, das ich an „echten” Lean-Adaptionen sehr schätze, bei denen ich den Eindruck habe, dass Kaizen gelebte Realität ist. Nur mal so nebenbei.
https://www.scrum.org/resources/blog/your-people-stopped-telling-you-truth-you-trained-them
Zu den Blogs, die ich fast täglich lese, gehört der von Heinrich Kümmerle. Er sagt, was er denkt. Und das gefällt mir. Wir kennen uns auch persönlich. Nicht immer bin ich seiner Meinung, aber das weiß er auch. Er gehört zu den wenigen Menschen, bei denen ich weiß, dass ein Meinungsaustausch nicht dazu führt, dass man hinterher – auch bei einem Dissens – kein Bier miteinander trinken gehen kann. Was uns beide eint, ist, dass wir überzeugte Demokraten und europäische Föderalisten sind. Mit dem verlinkten Blogartikel trifft er aktuell einen Nerv: die Doppelmoral mancher Politiker, die offenbar seit vielen Jahren nicht mehr aus ihrem Elfenbeinturm herausgekommen sind. An dieser Stelle ein kurzer Einschub: Bei aller berechtigter Kritik gibt es keinen Grund, einer Partei die Stimme zu geben, die auf die Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung abzielt. Noch dazu übertrifft sie in puncto krimineller Energie selbst die genannten Vertreter der Doppelmoral.
https://kuemmerle.name/doppelmoral/
Roland Dürre bringt es auf den Punkt: „Wir leben in einer Welt, die arm an Visionen geworden ist.“ Und das ist ein Problem. Wir brauchen klare Leitbilder. Positiv formulierte Leitbilder für die Zukunft, die es schaffen, die „Spaltung“ zu überwinden und Hoffnung zu stiften. Das ist ein schöner Denkanstoß, der mich diese Woche auch schon zu einem Gedankenblitz verleitet hat und den ich an dieser Stelle gerne weitergeben möchte.
https://www.if-blog.de/rd/visionen/
Ich gebe zu, die Flut an Blogartikeln, die um jeden Preis etwas mit KI einbauen müssen, geht mir gewaltig auf den Nerv. Die „KI-Euphorie” scheint bei einigen schon fast neurotische Züge anzunehmen. Wenn ich mir so manchen von der KI glattgebügelten Artikel durchlese, vergeht mir auch langsam die Lust, so manchen Blog zu lesen. Es ist schön, wenn jemand das Ganze mal humoristisch auf die Hörner nimmt, wie „Buddy Müller” in seiner Agentursatire. So wie „Buddy Müller” in seiner Agentursatire. Ich habe herzhaft gelacht, auch wenn mir angesichts der Tatsache, was manche Manager meinen, durch KI günstiger machen zu können, eigentlich das Lachen vergehen müsste. Nur weil etwas technisch möglich ist, muss es nicht gut sein – damit schließt sich der Kreis zu den heutigen Links der Woche. 😉
https://agentursatire.blog/2026/07/18/folge52-diegroseairnuchterung/
#Agile #Demut #Doppelmoral #Erfolg #Fehlerkultur #Gesellschaft #KI #Lean #Lernen #Politik #Satire #Schätzung #Scrum #Vision